bridge-it! Award 2014

Am 5. Dezember 2014 hat die Jury zusammen gesessen und die Preisträger sowie die Top10 des bridge-it! Awards 2014 gewählt. Es waren wieder viele herausragende Bewerbungen dabei - dieses Jahr war es besonders eng im vorderen Bereich! Im Folgenden haben wir die Top 10 - Projekte für euch veröffentlicht:

 

 
 

1. Preis: Regards - Einblicke 2014/15

Benin AG des Stromberg-Gymnasiums Vaihingen an der Enz
Partnerschule: Centre Scolaire Protestant (CSP) Adjégounlè in
Porto Novo, Benin

Beschreibung des Projekts

Erste Kontakte zwischen dem Centre Scolaire Protestant Adjégounlè in der beninischen Hauptstadt Porto Novo und dem Stromberg-Gymnasium in Vaihingen an der Enz [wurden 2002 geknüpft]. In den Anfangsjahren der Partnerschaft tauschen sich Schüler*innen beider Schulen (…) in Briefen aus. Im Rahmen des ENSA-Programms fanden [2009 bis 2013 vier] (…) Schülerbegegnungen in Benin und in Deutschland statt. (…)

A) Der Projektansatz

Im Anschluss an die Schülerbegegnung 2013 kam die Frage auf: Wie können wir eine größere schulische Öffentlichkeit erreichen? Wie kann es gelingen, an beiden Schulen mehr Schüler_innen über die Partnerschaft zu informieren und für ein Mitwirken an dieser Partnerschaft zu motivieren? Da bereits klar war, dass die nächste direkte Schülerbegegnung aus organisatorischen Gründen frühestens 2016 stattfinden kann, suchte die Gruppe andere Wege.

Gefragt war ein Produkt, mit dem wir möglichst viele Schüler_innen erreichen könnten – so entstand die Idee, einen Schülerkalender zu gestalten, da dies definitiv ein Gegenstand ist, den Jugendliche im Laufe eines Schuljahrs praktisch täglich in die Hand nehmen, um Hausaufgaben, Klassenarbeitstermine usw. zu notieren.

Neben dem rein organisatorischen Teil sollte der Kalender auch Themenseiten enthalten, die nicht nur die Geschichte der Schulpartnerschaft dokumentieren, sondern auch Auskunft geben über den schulischen und außerschulischen Alltag der beninischen und deutschen Schüler_innen, sowie über ihre Wünsche, Vorstellungen und Ideen. Der Titel des Kalenders – "Regards/Einblicke" – spiegelt dieses Anliegen wieder.

Welche Themen im Kalender auftauchen sollten, darüber haben die insgesamt rund 80 beteiligten Jugendlichen abgestimmt – und jedes Thema wurde jeweils von einer Gruppe beninischer bzw. deutscher Schüler_innen bearbeitet: "Unsere Schule – Mon école", "Ein typischer Tag in meinem Leben – Vie quotidienne", "Welche Musik wir gerne hören – La musique chez nous", "Lieblingsessen – mets préférés"... bis hin zu ganz unterschiedlichen Antworten auf die Frage: "Was würde ich machen, wenn ich 'König von Deutschland' bzw. Präsident von Benin wäre?".

Die Entwürfe wurden über die projektbetreuenden Lehrkräfte per E-Mail ausgetauscht und jeweils im Rahmen des Unterrichts thematisiert. So konnten wir feststellen, dass es Themen gibt, die beide Seiten gleichermaßen beschäftigen und zu denen wir eine ähnliche Meinung haben, zum Beispiel Umweltschutz oder Sport – bei anderen Dingen, zum Beispiel Schule und Bildung, herrschen bei uns eher Klagen über den Leistungsdruck vor, während für unsere beninischen Kollegen im Vordergrund steht, dass überhaupt alle Kinder eine Schule besuchen dürfen.

Den kalendarischen Seiten kann man zum einen entnehmen, wann in welchem Land ein Feiertag ist, und es gibt auf jeder Seite einen Witz oder einen Spruch - alles jeweils natürlich auf deutsch und auf französisch. Auch hier haben beide Seiten sich gegenseitig zugearbeitet und Listen mit den Feiertagen in Deutschland bzw. in Benin und eben auch mit Witzen, Sprüchen usw. zusammengestellt.

In zwei Reflexionsworkshops, die an beiden Schulen nach der Drucklegung der Kalender stattgefunden haben, haben wir uns jeweils untereinander darüber ausgetauscht, wie wir das Projekt erlebt, welche Dinge wir als positiv erfahren haben, und was wir im Nachhinein anders gemacht hätten. Dabei hat sich herausgestellt, dass beide Gruppen drei wesentliche Punkte sehr ähnlich erlebt haben bzw. einschätzen:

  • "Das haben wir geschafft!"/"On a atteint l'objectif!" – Die gemeinsame Projektarbeit über mehrere Monate und eine große räumliche Distanz hinweg war eine große Herausforderung, und nicht nur einmal stand die Frage im Raum, ob das überhaupt gelingen kann. Als die Kalenderexemplare dann sowohl in Deutschland als auch in Benin gedruckt waren und an den beiden Schulen verkauft wurden, hat das nicht nur das Selbstvertrauen aller Beteiligten gesteigert, sondern darüberhinaus etliche von uns motiviert, uns auch weiterhin in die Gestaltung der Schulpartnerschaft aktiv einzubringen.

  • "Beschäftigung mit Benin"/"Ça donne envie d'apprendre l'allemand et de visiter Vaihingen" – Dadurch, dass die beiden Gruppen die Themenseiten für den Kalender untereinander ausgetauscht haben, haben wir im Laufe des Projekts vieles über den Alltag im jeweils anderen Land erfahren, und auch über Gedanken, die wir uns hier und dort so über das Leben machen. Wir konnten unsere eigenen Ideen einbringen, auch was z.B. die Projektplanung anging, und es war eine Abwechslung zum normalen Unterricht.

  • "Kein direkter Austausch"/"Pas de contact direct durant le processus" – Beide Seiten wünschten sich für das nächste Projekt mehr Kontakt der beteiligten Schüler_innen auf individueller Ebene, zum Beispiel über E-Mail oder Skype. Momentan ist das allerdings technisch nicht so einfach, weil die beninischen Schüler_innen nicht im selben Maße Zugang zum Internet haben wie ihre deutschen Kolleg_innen

B) Die Beteiligten

Das Schülerkalenderprojekt fand an beiden Schulen im Rahmen des Unterrichts statt – am Stromberg-Gymnasium im Rahmen des (einstündigen) Fachs "Interkulturelle Kompetenzen" auf Klassenstufe 8, am CSP auf der Schiene der Klassenlehrerstunde mit Schüler_innen der Klassenstufe 9 und 10.

Die projektbetreuenden Lehrer_innen beider Schulen haben sich im Vorfeld über grundsätzliche Fragen ausgetauscht und so Ziele und Methoden definiert, einen ungefähren zeitlichen Ablauf sowie die Finanzierung geplant.

Eines der Ziele war, die beteiligten Schüler_innen so stark wie möglich in die Projektplanung mit einzubeziehen, insbesondere, was die inhaltliche Gestaltung des Schülerkalenders betraf. Aber auch in Fragen der technischen Umsetzung, der Öffentlichkeitsarbeit und des Vertriebs konnten die Schüler_innen ihre Ideen einbringen. So haben einzelne Jugendliche an den Treffen mit der Druckerei teilgenommen, andere haben die Werbetrommel an den Schulen gerührt usw..

Die Abstimmung zwischen den Projektverantwortlichen in Benin und in Deutschland über diese verschiedenen Fragen geschah laufend und war sehr zeitaufwändig, da neue Ergebnisse jeweils aufs Neue mit der beninischen bzw. der deutschen Schülergruppe besprochen werden und die Resultate kommuniziert werden mussten. In der Endphase des Projekts, als der Drucktermin immer näher rückte, mussten einige Entscheidungen ziemlich ad hoc gefällt werden: Welche Bilder bzw. Beiträge nehmen wir jetzt definitiv rein, welche nicht? Wie genau soll das Cover gestaltet werden? usw.. Da die digitale Vorlage am Ende der Pfingstferien "im Kasten" sein musste, konnten wir Schüler_innen in der "heißen Phase" unsere Meinung nicht mehr einbringen. Das war nicht optimal, hier wäre eine bessere Zeitplanung nötig gewesen. Darauf werden wir beim nächsten Mal stärker achten.

 

C) Erleben, Verstehen, Bewerten und Handeln bezogen auf eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland und im jeweiligen Partnerland

Spannend am Schülerkalenderprojekt fanden wir, dass wir nicht nur zeitgleich mit Schüler_innen unserer Partnerschule an der selben Sache gearbeitet haben, sondern auch zu wissen, dass das Produkt unseres Arbeitens, der Kalender, tatsächlich im selben Schuljahr an beiden Schulen von insgesamt rund 800 Schülern praktisch täglich verwendet wird. Die Partnerschaft, die bislang nur für jeweils einige wenige Schüler_innen konkrete Formen angenommen hatte – in erster Linie für die paar wenigen, die bereits an einer Begegnung teilgenommen haben – wird so für eine sehr viel größere Zahl greifbar. Durch die Tehmenseiten im Kalender gewinnen plötzlich viel mehr Schüler_innen einen konkreten Eindruck davon, wie das Leben an der jeweiligen Partnerschule in Porto Novo bzw. in Vaihingen so aussieht, und welche Dinge die Jugendlichen in beiden Ländern beschäftigen.

Anhand der Kalenderbeiträge, die wir untereinander ausgetauscht haben, wurden im Unterricht immer wieder Punkte thematisiert, von denen wir im allgemeinen zwar häufig schon gehört hatten – aber im Rahmen des Projekts wurden viele Zusammenhänge konkreter: Warum gehen beispielsweise unsere Projektpartner_innen zur Schule – viele andere Kinder und Jugendliche in Benin aber nicht? Was kostet der Schulbesuch in Benin – und hier bei uns in Deutschland? Warum müssen die Familien in Deutschland kein "Schulgeld" bezahlen? Wer trägt die Kosten? Warum gehen in Benin viele Kinder nicht zur Schule, obwohl die Schulpflicht auch dort gesetzlich verankert ist? Was hat das alles mit der kolonialen Vergangenheit zu tun? Und mit der globalisierten Gegenwart?

Wenn seither von "Globaler Gerechtigkeit" oder von "Fairem Handel" die Rede ist, hat das für viele von uns eine viel konkretere Bedeutung als vorher, weil "die andere Seite" ein Gesicht für uns bekommen hat: da sind Menschen, mit denen wir zusammengearbeitet und deren Alltag und Gedanken wir näher kennen gelernt haben.

Eine wichtige Erkenntnis in dem Zusammenhang war auch: nicht nur wir haben ein plakatives Bild von "Afrika" oder von Benin, sondern unseren beninischen Mitschüler_innen geht das im Bezug auf "Europa" oder Deutschland genauso. Im Evaluationsworkshop haben einige beninische Projektteilnehmer_innen gesagt, dass sie durch das Kalenderprojekt gesehen haben, wie schön es an unserer Schule aussieht, dass es sogar einen Computerraum gibt, und dass sie lieber unter solchen Bedingungen zur Schule gehen würden. Da haben wir uns gefragt: Müssen wir uns jetzt schämen, weil wir materiell so gut ausgestattet sind, und unsere Partnerschule nicht? Hätten wir solche Bilder lieber nicht austauschen sollen? Oder wie hätte es besser gelingen können, mit diesen Unterschieden umzugehen? Klar zu machen, welche Ursachen diese Unterschiede haben, das ist in jedem Fall ein Punkt, den wir beim nächsten Projekt bzw. bei der nächsten Begegnung noch stärker in den Blick nehmen werden. Bis dahin ist unser Kalender schon mal eine kleine sichtbare Veränderung im Schulalltag in Vaihingen und in Porto Novo.

... Ausblicke:

Wird es auch in den kommenden Jahren wieder einen gemeinsamen Schülerkalender geben? Das steht im Moment noch nicht fest – obwohl sich viele Projektteilnehmende, in Benin und in Deutschland, dafür ausgesprochen haben, das Projekt weiterzuführen. Um ein genaueres Bild davon zu bekommen, wie der Kalender bei den Nutzer_innen ankommt, ist zunächst geplant, im Laufe dieses Schuljahrs in beiden Schulen eine Befragung durchzuführen, damit wir besser einschätzen können, wie die Erfahrungen waren, was gefallen hat, und was wir bei einer Fortsetzung des Projekts besser machen könnten.

Fest steht auf jeden Fall, dass es weitere gemeinsame Projekte und auch wieder Begegnungen geben soll – partnership must go on:)

 

Mehr über das Schülerkalenderprojekt und die Schulpartnerschaft unter www.stromberg-gymnasium.de (Schlagwort "Benin").

Nur zum Schülerkalender: www.facebook.com/kachur.werbung
     
 
 

2. Preis: Theatergruppen Projekt (Südafrika)

Theatergruppen Projekt des Carl-Orff-Gymnasiums in Unterschleißheim
Partnergruppe: 
Eersterivier Secondary School, Kapstadt, Südafrika

Ausgewählte Milleniumsziele:

  • Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
  • Primärschulbildung für alle
  • Gleichstellung der Geschlechter
  • Ökologische Nachhaltigkeit

Beschreibung des Projekts

Nach zahlreichen Videokonferenzen und im Umfeld eines Seminars über Südafrika mit Autorenlesung und Aktionstag (siehe Anlagen Aktionen) wuchs 2010 in uns, damals noch Mittelstufentheatergruppe, eine Faszination für das Gastgeberland der Fußball-WM. Ein Episodenstück über die Geschichte Südafrikas entstand. Wir recherchierten und inszenierten Autor/innen aller Bevölkerungsgruppen. „Rainbow Nation“ gewann auch Preise (http://theater.carl-orff-gym.de/?page_id=355). Über die Partnerschaft Bayerns mit dem Westkap gelangte das Stück nach Afrika (http://bildungsklick.de/pm/57085/jugendliche-aus-suedafrika-und-bayern-bauen-auf-solidaritaet-und-emotionale-bindung/).

(...) Zu unserer Überraschung antwortete die Theaterklasse der kunstorientierten Eerste Rivier Secondary School aus Kapstadt auf unsere Clips und filmte ihre eigene Vorstellung von Deutschland. Der Kontakt fand 2012 ihren Höhepunkt im Besuch des Lehrers Lionel Hoffman. Die  Idee eines Theateraustausches war geboren. Als nun vor einem Jahr die Finanzierung unseres Hinbesuchs über ENSA gesichert war, konnten wir uns schließlich in die Planung stürzen. Gemeinsam haben wir uns mit den südafrikanischen Schülerinnen für das Thema „Freiheit“  entschieden und jede Menge Texte ausgesucht und vorbereitet. Außerdem haben wir uns schon intensiv über die Geschichte und die Kultur des anderen Landes ausgetauscht. So wussten unsere Partnerinnen, was uns besonders interessiert, und konnten das Programm für unseren 18-tägigen Aufenthalt entwerfen. Zur gleichen Zeit haben sich unsere Lehrer um die Finanzierung und unsere Unterkunft gekümmert. (...)

Am 23. Juli kam es nun zur ersten realen Begegnung. In über zwei intensiven Wochen studierten wir den ersten Teil unseres Theaterprojekts ein, kombinierten Tanz und Musik mit Schiller und zeitgenössischer südafrikanischer Literatur, stellten deutsche Freiheitsliteratur in den Zusammenhang der Apartheidsgeschichte.

Unser gemeinsames Theaterprojekt fand in Südafrika den Weg in die lokale Presse, aber auch die Aufmerksamkeit der örtlichen Schulbehörden. So sprachen auf unserer Abschlussaufführung etwa die Circuit Managerin des Distrikts Western Cape Mrs. Mantsinsulu sowie ihr Amtsvorgänger Jan Odendaal (siehe Anlagen Presse).

Durch das Theaterspielen verschmolzen wir als Gruppe und bildeten enge Freundschaften.
Dabei merkten wir, dass man in einem fremden Land junge Menschen mit ganz anderem Hintergrund und Lebensumständen trifft, die trotzdem genau die gleichen Themen beschäftigen. Neben dem Farbenspiel der unterschiedlichsten Kulturen und Menschen lernten wir auch die Schattenseiten des „Regenbogenlandes“ kennen. An einem Tag besuchten wir das Township Khayelitsha, in dem zwei unserer Partnerinnen Verwandtschaft haben. Als deutscher Schüler liest man vielleicht im Geographieunterricht Texte über Elendsviertel im globalen Süden oder sieht sie in der Zeitung oder den Nachrichten, der Anblick von Wellblech bis zum Horizont brennt sich dagegen tief ins Bewusstsein.

Dieses Erlebnis hat unsere Augen gegenüber der Arm-Reich-Schere und den Missständen, die man sonst ohne Weiteres ignorieren würde, geöffnet. Wir haben gelernt, die eigenen Lebensumstände zu schätzen, sie aber auch in globale Zusammenhänge einzuordnen, so dass wir im Kleinen auch etwas gegen die ungerechte Verteilung von Ressourcen unternehmen wollen. Das fängt schon im Supermarkt an, wenn man sich gegen Produkte, die unter menschenunwürdigen Bedingungen hergestellt werden, entscheidet. Darüber hinaus haben wir in der Schule einen Kleidercontainer der „aktion hoffnung“ aufgestellt und der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Oberstufenkurs plant für dieses Jahr ein Theaterstück zum Thema „Asyl“ und arbeitet dabei mit der Caritas und dem Bayerischen Flüchtlingsrat zusammen. Insbesondere zeichnet sich unter uns das durch die Erfahrung motivierte Ziel ab, einen sozial engagierten Lebensweg zu gehen. So hat sich z.B. eine Teilnehmerin für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden und eine andere zum Studium der europäischen Beziehungen (European Studies).

Auch unsere Partnerinnen wurden vom gemeinsamen Erlebnis in Khayelitsha wachgerüttelt. Vor allem unsere Betroffenheit stellte sie vor die Tatsache, dass sie selbst sich daran gewöhnt haben, über die Not im eigenen Land hinwegzusehen. Umso mehr reifte ihnen die Erkenntnis, dass Bildung der Schlüssel zur Besserung ist. Unsere Partnerinnen sind jetzt besonders motiviert eine hohe Qualifikation zu erreichen, um dem Land zu helfen.

(Zu unserer abschließenden Aufführung und zu den gemeinsamen Unternehmungen empfehlen wir die Filme auf: http://theater.carl-orff-gym.de/?page_id=943; besonders: „Hauptauftritt“ ab: 6:02 und „Gemeinsame Unternehmungen“ ab 2:19, vor allem aber „Feedback Interviews“ 8:44 – 12.04).

Natürlich wollen wir unsere neue Weltsicht nicht für uns behalten. Wir haben schon einen Informationsabend in der Schule organisiert, um unsere Eindrücke weiterzugeben. Unsere Partnerinnen und wir brennen jetzt darauf, unsere Ideen szenisch zu verarbeiten und ein großes Publikum bei der Aufführung unseres Projektes mit unseren Gedanken zu konfrontieren.

Dazu planen wir den Rückbesuch der Südafrikanerinnen im nächsten Juli, damit wir dann schließlich unser gemeinsames Theaterstück vollständig auf die Bühne bringen können. Noch während unseres Aufenthaltes haben sich Perspektiven aufgetan, das bisher Einstudierte weiterzuentwickeln. Wir sind bei den Proben beispielsweise auf interessante Möglichkeiten gestoßen, deutsche und südafrikanische Texte zu verschmelzen, um so neue Blickwinkel zu eröffnen, z.B. durch unterschiedliche Besetzungen von Ferdinand und Luisa aus „Kabale und Liebe“, die im Original von ihren Eltern aus wegen Standesgründen nicht zusammen kommen dürfen und bei uns an den Vorurteilen der Eltern gegenüber anderen sozialen Schichten scheitern. Im Moment planen die acht südafrikanischen Schülerinnen gerade gemeinsam „stories of women from Africa“. Sie benutzen dazu zeitgenössische Literatur ihres Landes, aber auch „information we got from the women we interviewed [is] a true reflection of the issues women in Africa have to deal with“ (Zitat aus einer Email unserer Partnerinnen).

Damit der Rückbesuch genauso reibungsfrei abläuft, braucht es natürlich eine umfassende Planung. Dafür stehen wir mit unseren Partnerinnen via Email und What´s app eng im Kontakt, um gemeinsam einen Ablauf zu entwerfen, der allen Interessen gerecht wird. Über die Schulgemeinschaft, die Schülermitverantwortung, das Kollegium, den Elternbeirat, den Kreisjugendring, die Stadt Unterschleißheim, die Landeszentrale für politische Bildung planen wir zum Beispiel Besuche in der Schule, in Familien, an Arbeitsplätzen und an politischen Orten und Gedenkstätten. Der Geschichtslehrer Willem Markram, der die Gruppe begleiten wird, soll für die Landeszentrale für politische Bildung in eine Lehrerfortbildung zum Thema „25 Jahre Fall der Mauer und das Ende der Apartheid“ halten. Mit seiner Hilfe haben wir bereits einen Wettbewerbsbeitrag zu diesen überraschenden Zusammenhängen gestaltet. Auch das ist das Produkt unserer gemeinsamen Beschäftigung mit dem Thema „Freiheit“
(siehe: https://www.dropbox.com/s/bdft4smfgtqn2ud/Carl-Orff-Gymnasium_Unterschlei%C3%9Fheim_Mauern.mp4?dl=0).

Mr. Hoffman, Lehrer an der Eerste Rivier Secondary School und Mitglied der Schulleitung ist seinerseits mit Politikern des Westkaps in Verbindung getreten. Seine Schüler/innen betreiben bereits ebenso intensiv Fund Raising.

Unsere Zusammenarbeit soll natürlich nicht nach dem Auftritt enden. Vielmehr sehen wir die Chance auf eine langjährige Schulpartnerschaft, um noch vielen weiteren deutschen und südafrikanischen Schüler/innen diese prägenden Erlebnisse zu ermöglichen!

     
 
 

3. Preis: Senegal AG - Begegnungen - Projekt

AG Senegal des Gymnasiums auf den Seelower Höhen
Partnerschule: Lycee Moderne in Rufisque, Senegal

Ausgewählte Milleniumsziele:

  • Ökologische Nachhaltigkeit

Beschreibung des Projekts

Wir haben die außergewöhnliche Möglichkeit, Menschen von einem anderen Kontinent zu begegnen, Informationen nicht nur aus dem Fernsehen zu bekommen, sondern diese Menschen hautnah zu erleben, Einsicht in ihre Lebenswelt zu nehmen, ihre Musik zu hören und gemeinsam mit ihnen, ihre Speisen zu probieren. Das alles sind ganz individuelle Erfahrungen und Erlebnisse, die sicher nie vergessen werden.

Unsere Schulpartnerschaft mit der senegalesischen Schule begann im Jahre 2003 unter der Federführung von Herrn Léopold Seck, einem Senegalesen, und der Projektberaterin Hannelore Hiekel. Beide waren damals bei der RAA tätig. Es setzte eine rege AG – Tätigkeit ein, denn schon im Frühjahr 2004 erwarteten wir die erste senegalesische Delegation unter Leitung des stellvertretenden Schulleiters. So wechseln sich jährlich dreiwöchige Besuche jeweils im anderen Land ab, die immer unter einem anderen Arbeitsthema stehen. Diese Themen orientieren sich an den Millennium- Entwicklungszielen der Vereinten Nationen.

Seitdem machen sich die AG–Teilnehmer in Seelow mit den politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten des Senegals vertraut, planen die inhaltliche Gestaltung des dreiwöchigen Schüleraustauschs in beiden Ländern und den organisatorischen Ablauf. Jugendliche lernen, eine konkrete Planung anzugehen. Fragen, wie z. B. wie stellen wir Anträge bei Stiftungen und Vereinen, wie sichern wir eine langlebige Partnerschaft und wie binden wir Außenstehende in unser Projekt ein, sind zu formulieren. Die Jugendlichen im Alter von 12-18 Jahren begeben sich auf Sponsorensuche in unserer Region und erreichen durch ihre gesamte Arbeit eine große Öffentlichkeit (Lesungen und Projektabende vor Seniorengruppen, im Kirchenkreis bzw. in Grundschulen). Alles das wird in unserem „Senegal-Magazin“ dokumentiert (Anlage Fotos).

 

Beim Besuch 2009 konnte gemeinsam mit der senegalesischen Schule ein „Patenprojekt“ ins Leben gerufen werden. Nach einer gemeinsamen Schulhofgestaltung wurde im Anschluss an den Besuch eine Toilettenanlage für eine Grundschule im Dorf Mbeutt finanziert. Dazu gaben die deutschen und senegalesischen Schüler zusammen ein „Senegal-Magazin“ heraus, deren Verkaufserlös und Werbeeinnahmen die Realisierung dieser Maßnahme ermöglichten. (Anlage Fotos)

Die Idee zur Dokumentation unseres Senegalprojektes durch Videos entstand vor dem Aufenthalt im Senegal im Jahr 2012. Bei Präsentationen kam seitens der Schüler die Anregung, unser Projekt statt mit Fotos durch anschaulichere Videos vorzustellen.

In Vorbereitung auf jenen Besuch gestalteten die AG-Teilnehmer ein französischsprachiges Video, in dem unsere Schule vorgestellt wird. Projektbezogen geht  es desweiteren um solche Aspekte wie Umweltschutz und Sauberkeit in der Schule, CCS-Technologie, erneuerbare Energien – insbesondere Windkraft und Massentierhaltung jeweils in unserer Region. (http://www.youtube.com/watch?v=MkMgX9NI3Y4,)

Eine Gruppe von dreizehn Schülern und Lehrern besuchte im November 2012 die Partnerschule, das Lycee Moderne in Rufisque im Senegal. Davor planten wir Interviews, Exkursionen (OCEANIUM von Ali Aidar/ Umweltminister, Stadtführung zum Thema Umweltverschmutzung in Rufisque, eine Gesprächsrunde mit Senegalesen in der Deutschen Botschaft und im Goethe-Institut).

Aus den bei dieser Begegnung entstandenen Fotos gestalteten die Schüler in den darauf folgenden Monaten (2013) eine Fotoausstellung zu sechs Themen: Begegnungen – Familienleben - Kinder & Jugendliche - Markt & Händler - Stadtleben Rufisque – Tiere Im ersten Ausstellungsteil zeigen Fotos die Begegnungen der Schüler „auf Augenhöhe“, die weiteren Themen beschäftigen sich mit dem „Leben … der Anderen“ im Senegal.

Ganz private Texte aus den Tagebüchern der Schüler veranschaulichen „hautnah“ die Gedanken und Gefühle der Projektteilnehmer (siehe Anlage).

Es war der Tag gekommen, an dem es in die Gastfamilien gehen sollte, womit ein mulmiges Gefühl in der Magengegend einherging.

Vor der Schule wurden wir von unseren „Geschwistern” erwartet, die wir kaum kannten. Und los ging die Reise ins Ungewisse. Erst ein Stück Marsch mit Gepäck, dann rein in einen zum Glück noch leeren Kleinbus, der sich aber schnell füllte. Als es schon dunkel war, was mich sehr beunruhigte, sind Fama und ich dann ausgestiegen und waren einkaufen. Dazu sind wir in der Dunkelheit durch die Straßen gelaufen. Ich wusste nicht genau wo ich war, hatte kein Telefon und kannte niemanden länger als eine Woche. Ziemlich schnell musste ich mir zugestehen, dass ich keine Kontrolle mehr hatte und ich meiner Gastschwester blind vertrauen musste. Diese Lektion wiederholte sich im Laufe des Wochenendes noch öfter.

Nach einem abendlichen Spaziergang, um Obst zu holen und dem Essen (Fisch und Reis) bin ich dann bald schlafen gegangen. Ich teilte mir ein Bett mit meiner Gastschwester, was ich aber sehr gut fand, denn so war ich in der Fremde nicht allein. Überhaupt gab mir die Familie nie wirklich das Gefühl, allein zu sein.

(…) Am nächsten Tag war ein besonderer Ausflug geplant. Es ging auf den Markt. Überall waren Leute, die mich als Weiße natürlich besonders anschauten. Es roch immer anders: Mal unangenehm nach Fisch, dann verzauberten interessante Gerüche von Gewürzen und anderem die Sinne. Überall musste man sich durchdrängeln. Da gab mir eine kleine Hand (meiner jüngeren Gastschwester Diarra) großen Halt. Über diese kleine Geste war ich sehr dankbar. (…)

Luisa Brandtner

Virtuell ist die Ausstellung auch auf der Schulgalerie „Galerie unARTig“ zu sehen (http://www.galerie-unartig.de/senegal/).

Die Fotoausstellung war ab dem 18.11.2013 im Bildungsministerium in Potsdam und wird ab dem 04.04.2014 im Kunstspeicher Friedersdorf und anschließend im Rathaus von Seelow zu sehen sein. Das Eröffnungsprogramm wurde von Schülern der Jahrgangsstufe 8 in der Projektwoche „Farbe Afrikas“ sowie im Musik- und Französischunterricht vorbereitet

Ein Querschnitt aus den etwa 90 Fotos der Ausstellung wird in einem Kalender dokumentiert.                                            

Die Idee zur Herausgabe des Kalenders entstand im Anschluss an den Besuch senegalesischer und deutscher Jugendlichen in der gemeinsamen Partnerschule in Mböt. Nachdem die Schulhofbepflanzung im afrikanischen Klima heute schattenspendend das Schulgelände dominiert und die Toilettenanlage nicht nur funktioniert (Anlage Fotos), sondern bei den senegalesischen Schulbehörde für Aufmerksamkeit gesorgt hat, festigte sich der Entschluss bei den Schülern beider Länder - nun in zweiter Generation - ebenfalls gemeinsam „Spuren“ hinterlassen zu wollen. Im Gespräch mit dem Direktor wurde ein Stromanschluss favorisiert, um dort von nun an mit Computern arbeiten zu können.

Bei Überlegungen zur Umsetzung kristallisierte sich der Gedanke heraus, aus den gemeinsamen Fotos der geplanten Ausstellung einen Kalender zu gestalten und mit dem Erlös unser Projekt „Strom für unsere gemeinsame Patenschule“ zu finanzieren.

Die Vorbereitung des Drucks, das Layout und Setzen des Kalenders, lagen dann in den Händen der Senegal-AG und wurde teilweise im Kunstunterricht realisiert. Durch Werbung und Verkauf kann so Stromanschluss in der Grundschule finanziert werden. (Anlage Fotos). Insgesamt wird der Anschluss 800 €. Die Unterhaltskosten (Strom) übernimmt ein Verein des Dorfes für die Schule.

Außerdem entstanden im Kunstunterricht ein Video, unter anderem zu dem Thema der Begegnung: Umweltverschmutzung und Umweltschutz. Auf folgendem Link kann man es ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=fxYWQrgxMq4&feature=youtu.be

Über das Video und der Videoarbeit mit den Senegalesen schreibt Pauline Glatzer folgendes:

Mit unserem Video wollten wir zwei Seiten eines traditionellen Landes zeigen, welches auf dem Weg in die Moderne ist und nun mit unbekannten modernen Problemen zu kämpfen hat. Wir haben versucht, in ausdrucksstarken Bildern zu zeigen, wie groß das Müllproblem im Senegal heutzutage ist, welche Gefahren und Konsequenzen dies mit sich bringt und das in Bilder gepackt. Davor hatten wir jedoch die Absicht, Ihnen den Senegal etwas näher zu bringen. Dafür schauten wir auf dem Markt von Rufisque vorbei, verglichen traditionelle Pferdekutschen mit zum Teil hochmodernen PKWs und fingen normale Straßenszenen auf. Dennoch wollten wir Ihnen die unschönen Seiten der Stadt nicht vorenthalten. Es werden Fotos und Videosequenzen vom verdreckten Kanal und Strand gezeigt – den Müllhalden der Stadt.

Uns war es wichtig, Ihnen vor allem mit Bildern, weniger mit Informationen, ein Bild von der Widersprüchlichkeit dieses Müllproblems klarzumachen. Einerseits wissen die Menschen von den unhygienischen Zuständen und sehen den Müll als Problem an, andererseits ist das Engagement noch nicht groß genug, etwas dagegen zu tun. Eine Vorbildfunktion könnte hierbei die eben genannte Grundschule sein, die durch das einfache Setzen von Bäumen den Schulhof sehenswerter und durch das Bauen von Toiletten bessere hygienische Umstände für die Schüler geschaffen hat.

Wir wollten das größte öffentlich-soziale Problem der Wandlung von Entwicklungs- zu Industrieland darstellen, - nämlich das des Mülls und bildlich veranschaulichen. Wir wollten keinen Touristenführer gestalten, sondern das Land von beiden Seiten, den Problemen sowie dem Schönen beleuchten.

Beim Gegenbesuch der Senegalesen in Deutschland, im Oktober 2013, leiteten die Schüler selbst die Senegalesen in kleinen Gruppen an, um sozusagen in „Umweltproblematik und Umweltschutz in Deutschland, Video, Teil 2“ ihre Sicht auf Deutschland in kleinen Filmen zu zeigen.

(http://www.youtube.com/watch?v=tc8OJllpTJk; http://www.youtube.com/watch?v=bOxi5B-rO8A; http://www.youtube.com/watch?v=E3JBGmmkkQM;

Die senegalesischen Schüler kamen mit individuellen Forschungsaufträgen nach Deutschland (z.B.: Migration in Deutschland, Erneuerbare Energien, Altersversorgung, Familienleben…), die sie in den Videos verarbeiteten. Recherchiert wurde auf einer thematischen Stadtführung, bei Diskussionsrunden (u.a. mit dem Staatsekretär der Fraktion Grüne/ Bündnis 90), Exkursionen, während spezieller Interviews (mit ehemaligen Lehrern) und an den Familienwochenenden.

Zur vertiefenden Auseinandersetzung konnten Interviews, der Besuch des Ökodorfes Wulkow (Baumpflanzung/ Lehmziegelherstellung), die Besichtigung  von Europas größten Solarpark in Neuhardenberg und einer Biogasanlage in Altbarnim realisiert werden.

Insgesamt wurde von der Delegation sehr viel Material gesammelt (allein 40 GB Videomaterial), das in die Nachbereitung von Videoproduktion, Fotoausstellungen und Projektpräsentationen fließen wird. Entstanden sind bereits fünf kleine Videos zu individuellen Forschungsthemen der Senegalesen.

Die Senegalesen haben während ihres Besuches eine eigene Homepage mit Bildern der Begegnung erstellt (http://lmrgash.jimdo.com/).

Insbesondere in diesem ungewöhnlichen Projekt (Deutsche und Senegalesen arbeiten gemeinsam) begegnen sich beide „Parteien“ auf Augenhöhe.

In diesem Jahr konnten wir unser „Netzwerk“ erweitern, indem ein Kontakt der Grundschule Mbött mit einer Grundschule aus unserer Region (Grundschule Lebus) über Mitglieder unserer Arbeitsgemeinschaft aktiviert werden konnte. Brief und Zeichnungen wurden ausgetauscht. Auch in Lebus gibt es mittlerweile Afrikaprojekte.

Als AG sind wir Mitglied im „Lokalen Aktionsplan“ im Landkreis Märkisch Oderland  „Vielfalt tut gut - Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ und entwickeln mit anderen Initiativen Strategien gegen rechtsextreme, fremdenfeindliche und antisemitische Tendenzen. Während der schulpartnerschaftlichen Begegnungen pflegen wir seit Jahren eine Kooperation mit dem Ökospeicherverein Wulkow e.V., der für Umwelt und nachhaltige Entwicklung steht, dem „Eine Weltladen“ in Frankfurt (Oder), dessen Fair-Produkte wir zum Tag der offenen Tür  in unserer Schule anbieten. Ein weiterer Partner ist für uns auch die RAA Potsdam, mit der wir unsere Erfahrungen austauschen und uns Anregungen für unsere Bildungsarbeit holen. Eine gute Zusammenarbeit gibt es auch mit den Vertretern des ENSA-Programms. Hier bekamen wir die Gelegenheit, bundesweite Initiativen kennenzulernen und unsere Partnerschaft in diesem Rahmen zu präsentieren.  

Im Partnerschaftsvertrag zwischen dem Gymnasium Seelow und dem Lycée Rufisque – der anlässlich einer Veranstaltung zu Ehren des Nationalfeiertages Senegals im Seelower Kulturhaus unterzeichnet wurde - sind „Maßnahmen“ für den „pädagogischen und kulturellen Austausch“ und für die „Durchführung ge­meinsamer Projekte“ festgelegt:

„A) Pädagogischer Austausch:

Korrespondenz der Schüler per E-Mail;

Entwicklung der Beziehungen zwischen den Lehrern, insbesondere zwi­schen den Deutschlehrern, um deren Kenntnisse der deutschen Sprache zu entwickeln und das Wissen über die Bildungssysteme (Lehrpläne, Unter­richtsmethodik) zu verbessern;

B) Der Kulturaustausch soll es den Akteuren beider Einrichtungen ermögli­chen, sich gegenseitig besser kennenzulernen und die Sorgen des jeweils anderen zu verstehen. Dieser Austausch soll vor allem dazu beitragen, die zumeist von den Medien verbreiteten Vorurteile und Klischees abzubauen.

C) Gemeinsame Projekte:

Die beiden Gymnasien beabsichtigen folgende Projekte:

Verbesserung der Qualität des Unterrichts,

Umweltthemen,

Entwicklung einer zweisprachigen Zeitung.“ (Partnerschaftsvertrag, 2004)

Die schulische Zusammenarbeit zwischen den beiden Gymnasien ist aber auch ein Impuls für diejenigen, die nicht direkt Reiseteilnehmer sind. Denn in unserem Schulprogramm wurden auf Grundlage des Partnerschaftsvertrages die Ziele des Schüleraustausches verankert:

„Fremdsprachenkompetenz ist für uns ein wesentliches Merkmal moderner Persönlichkeiten und wird in unserer globalen, multikulturellen Welt immer mehr zu einem Element aller Lebens- und Arbeitsbereiche sowie zur Voraussetzung von Studium, Aus- und Fortbildung. Unsere Schüler sollen sich in mindestens zwei Fremdsprachen souverän mündlich und schriftlich verständigen können. Zudem verstehen wir sie als Schlüssel zu anderen Kulturen. Neben dem Erlernen dieser Sprachen im Unterricht haben unsere Schüler die Möglichkeit, an Sprachreisen teilzunehmen (vgl. „Schulfahrtenkonzept“), um dabei in authentischen Situationen die Sprache praktizieren und ihre Fähigkeiten erweitern zu können.

Schulpartnerschaften und internationale Projekte:

Partnerschaft mit dem Lycée Moderne in Rufisque/ Senegal, ...“ (Schulprogramm, S.13)

Seit mehreren Jahren findet in der Jahrgangsstufe 8 das Projekt „Die Farben Afrikas“ statt, das unsere Partnerschaft begleitet (ebenfalls im Schulprogramm fixiert). Im Jahrbuch des Gymnasiums berichten Klassenlehrer und Schüler in einem Artikel darüber:

„Die Vielfalt der afrikanischen Kulturen an konkreten Ereignissen, Vorgängen oder Einzelschicksalen wahrzunehmen, für sich zu verarbeiten und in geeigneter Form für andere zu präsentieren, das war ein Schwerpunkt dieses Projektunterrichts ...

So erkundete eine Gruppe den Weg des Kaffees vom Anbau bis zum Genießen und zauberte mit dem verführerischen Duft Urlaubsambiente ins Schuldenken.

Unter der Regie von Frau Brodowski beamte sich das zweite Team in den Senegal, um mehr über unsere Partnerschule zu erfahren. Eine „waschechte“ Afrikanerin aus Simbabwe, Frau Virginia Hetze, berichtete über ihre Heimat und versetzte alle in Bewegung – geistig und körperlich.

Zu Praktikanten im neu gegründeten Reisebüro „Seelow-Tours“ wurden die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Namibia“. Von der Chefin, Frau Heimlich, erhielten sie den Auftrag, dieses Land für Touristen zu erkunden, Geschichte, Land und Leute vorzustellen.

Und die Mitglieder der Gruppe unter Leitung von Frau Ruhmke und Frau Buchholz entpuppten sich als Bücherwürmer, die sich in die Welt der Mythen und Märchen „fraßen“, die Bibliothek eroberten und selbst zur Feder griffen.“ (Jahrbuch 2009)

2010 haben sich die senegalesischen Gastschüler während ihres Besuches an diesen Projekttagen beteiligt. Weitere außerschulische Partner sind die Töpferei Wirth (Groß Neuendorf), Virginia Hetze (Simbabwe), eine Biogasanlage, die Partner der  NOGA GmbH mit Sitz in Neubarnim ist,  François Tendeng, Märkische Oderzeitung (Seelow) und die AOK Brandenburg.

Seit einigen Jahren orientieren sich die Themen des Schüleraustausches an der Thematik der Brebit, den „Brandenburger Entwicklungspolitischen Bildungs- und Informationstagen“. Jährlich nehmen an dieser Veranstaltung Schüler der Schule teil, um Ergebnisse aus dem Schüleraustausch vorzustellen. Im Jahre 2009 gestalteten sie dort einen eigenen Workshop, unter anderem stellte Mehmet Chasan  (19 Jahre) eine selbst erfundene Apparatur vor, die mit Hilfe von Sonnenenergie Wasser aufbereitet (siehe Anlage). Anlass für sein Projekt war die Begegnung mit senegalesischen Austauschschülern. Der Schüler hat sich bereits „mit einem Jungunternehmen aus Leipzig zusammengetan. Die Firma namens BITU hat die Apparatur als Patent angemeldet und will sie als erstes für den Senegal bauen ... Der junge Mann hat drei Varianten im Angebot – eine mobile, für den Kleingebrauch, eine zweite, die ebenfalls mobil auf einem Lastkraftwagen installiert wird und eine dritte, die nach einem etwas anderen Prinzip das Wasser für ein ganzes Dorf aufbereitet“, schreibt die Märkische Oderzeitung über ihn. (Mit innovativen Ideen an einer gerechteren Welt mit bauen. In: MOZ: 9./ 10. 12. 2009, S. 5)

Im Jahre 2008 wurde die Schülerin Daphne Bildik (15 Jahre) als Preisträgerin im Wettbewerb ZIVILCOURAGE VEREINT geehrt. Im Jahrbuch des Gymnasiums wird darüber berichtet:

„Die parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion DIE LINKE, im Deutschen Bundestag, Frau Dr. Dagmar Enkelmann, überbrachte am 30. April 2008 in Seelow die Auszeichnung für die Preisträgerin im Wettbewerb „Zivilcourage vereint“. Preisträgerin wurde in diesem Jahr die 15jährige Schülerin Daphne Bildik, die das Gymnasium auf den Seelower Höhen besucht. Daphne Bildik hatte das Projekt „Senegal - Weihnachtsmarkt der Kulturen“ zum Wettbewerb des Vereins „Zivilcourage vereint e. V.“ organisiert. Der Verein ... hatte Jugendliche dazu aufgerufen, Projekte gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu konzipieren und zu realisieren. Zur Teilnahme aufgerufen waren Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren, die mit gewaltfreien und kreativen Ideen im Schulalltag und im öffentlichen Leben auf rechtsextreme Propaganda antworten.“ (Jahrbuch 2008, S.14)

Die Schulleitung hat die Partnerschaft mit auf den Weg gebracht. Sie sieht die Partnerschaft als sehr bedeutsam für das Profil der Schule. Sie nimmt an Beratungen teil und unterstützt die Begegnungen inhaltlich mit ihren Ideen. Sie unterstützt die Gruppe beim Fundraising und fordert, dass sich die Arbeitsgruppe präsentiert. Sie stellt Kontakte zu Ämtern und Institutionen her.     

Die Schulpartnerschaft ist am Gymnasium durch eine Bildergalerie in der Cafeteria ständig gegenwärtig. Im Treppenhaus der Schule hängt eine Dokumentation zum Profil unserer Partnerschule. Die Teilnehmer an den Begegnungen der Schulpartner bereichern mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen  den Unterricht in den verschiedensten Fächern und Klassenstufen. Sie tragen mit Bildmaterial, Film und Vorträgen zur Anschaulichkeit des Unterichts in den Fächern Geografie, LER, Religion, Französisch und Deutsch (Bekanntmachen senegalesischer Schriftsteller) bei. Um Nachwuchs für die AG zu gewinnen, stellen wir in den neuen 7. Klassen die Partnerschaft vor.  Eine Tradition ist auch, dass sich die AG zum Tag der offenen Tür mit einem Informationsstand präsentiert. Nach den Begegnungen im Senegal gibt es in der Schule eine öffentliche Veranstaltung zu dem bearbeiteten Begegnungsthema. Dazu werden alle Schüler und Lehrer, Eltern, Sponsoren und Kooperationspartner eingeladen. Diese Veranstaltung kann aber auch von allen Interessierten besucht werden.Sie wird von den Teilnehmern der Begegnung unter Anleitung durch die mitgereisten Lehrer vorbereitet. Akteure des Abends sind die Schüler. Seit vier Jahren findet jährliche eine Afrika-Projektwoche an unserer Schule statt (im Schulprogramm verankert), in der u. a. die aktive Begegnung mit Schülern und Lehrern der senegalesischen Delegation (alle zwei Jahre) integriert ist.

     
 
 

4. Platz: Nachhaltige Schülerfirma "macadamiafans" Göttingen

macadamiafans Göttingen der UNESCO-Projektschule Hainberg-Gymnasium in Göttingen
Partnergruppe: macadamiafans, Kenia

Ausgewählte Milleniumsziele:

  • Ökologische Nachhaltigkeit

Kurz-Beschreibung des Projekts

2012 haben wir unsere Schülerfirma Macadamiafans Göttingen ins Leben gerufen, in der wir biozertifizierte Macadamianüsse und -öl von kenianischen Kleinbauern direkt ohne Zwischenhändler verkaufen. Als Schülerfirma suchen wir potenzielle Kunden in der Umgebung persönlich auf und halten durch regelmäßige Nachfragen den Kontakt aufrecht. Zudem verkaufen wir auf Veranstaltungen wie Schulkonzerten, dem Tag der Offenen Tür, Elternsprechtagen(…)

Der Erlös geht an Kleinbauern in Kenia, die durch die neue Wertschöpfungskette bessere Preise und ein stabileres Einkommen erzielen. Damit wollen wir einen kleinen Beitrag zur Überwindung von Armut von Kleinbauern in Kenia leisten. Wir verfolgen mit dieser Aktion auch noch ein zweites Ziel. Ein kleiner Teil des Erlöses wird von uns verwendet, um Schüler*innen des Hainberg-Gymnasiums zu ermöglichen, im Rahmen der Stiftung Welt:Klasse nach China und Kenia zu fahren und dort, gemeinsam mit lokalen Partnern, an Umweltprojekten zu arbeiten und mit der lokalen Bevölkerung in einen intensiven Austausch zu treten. 

Gleichberechtigtes Teilen und Nehmen gelingt uns vor allem durch die innovative Wertschöpfungskette der macadamiafans. Die Kleinbauern, wir als Schule und die Konsumenten profitieren alle. Wir erhalten genauso viel Geld wie die Kleinbauern: 2,50 pro Packung Nüsse. Vorurteile, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkennen gelingt uns vor allem vermittelt über unsere Vernetzung mit der Waldorfschule Gröbenzell und unsere älteren Welt:Klasse Schüler*innen, die über ihre Erfahrungen bei Kleinbauern in China berichtet haben. (…)  Neue Ideen für das Produkt zu entwickeln, liegt weniger in unser, also Schülerhand. Das ist vor allem Aufgabe der kenianischen Partner (…)

Unsere Aufgabe besteht in der Vermarktung der beiden Produkte. Wir haben dazu Abteilungen gebildet, die sich um die Bestellung der Ware direkt und online, Wareneingangskontrolle, Buchhaltung, Werbung und auch Wettbewerbe kümmern. Für den Direktverkauf sind wir alle zuständig. (…) Entscheidungen über die Gestaltung und Entwicklung des Projektes werden im Sinne der Gleichberechtigung in Kenia bei macadamiafans Ltd. getroffen. (…)  Die innovative Wertschöpfungskette beinhaltet den direkten Kontakt zu den Erzeugern. Dieser wird von unseren betreuenden Lehrkräften vertieft, wenn sie im April 2015 die Manufaktur besuchen und unsere Briefe mitnehmen können. Außerdem ist es für uns möglich, über den Scannercode auf den Nusspackungen den Bauern, der diese Nüsse angebaut hat, zu identifizieren. Wir hoffen deshalb, mit den Erzeugern, die uns beliefert haben, in Kontakt zu kommen.

Durch die Schwierigkeiten, mit denen wir bei der Vermittlung der neuen Wertschöpfungsidee unserer Firma konfrontiert waren, haben wir verstanden, welche Bedeutung ein guter Arbeitsplatz und ein verlässliches Einkommen für die kenianischen Kleinbauern hat. (…) Weil wir mit jeder Packung Nüsse das Bild des jeweiligen Kleinbauern vor Augen haben, nehmen wir sie als unsere Handelspartner wahr und nicht als Almosenempfänger, denen wir großzügig Geld zukommen lassen. Das ist für uns eine Begegnung auf Augenhöhe.  Wir sind sicher, dass unsere Arbeit einen Beitrag dazu leistet, mehr Verständnis für die derzeitige Verteilungsungerechtigkeit der Ressourcen und Einkommen zu erzielen. (…) Dass unsere Wertschöpfungskette so transparent ist, hat uns Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge und Abhängigkeiten eröffnet, die wir im normalen Unterricht so nicht kennen lernen würden. (…)

Seit Beginn dieses Schuljahres ist unser Projekt [außerdem im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts] in den regulären Unterricht verankert. (…) [Hierbei] spielen 'team teaching' und 'peer teaching' eine Rolle; der Unterricht ist von zwei Lehrkräften besetzt. Die erfahreneren Schüler leiten am Anfang Workshops, die en bloc am Samstag durchgeführt werden. Hier werden die 'newcomer' in die Abteilungen und die Arbeit in der Schülerfirma eingeführt.

     
 
 

5. Platz: Namibia AG

Namibia AG der Albert-Einstein-Oberschule Berlin-Neukölln
Partnergruppe: Hage G. Geingob High School in Windhoek-Katutura, Namibia

Ausgewählte Milleniumsziele:

  • Gleichstellung der Geschlechter

Kurz-Beschreibung des Projekts

Die Hage G. Geingob High School in Windhoek-Katutura und unsere Schule, das Albert-Einstein Gymnasium in Berlin-Neukölln unterhalten seit 2010 eine sehr erfolgreiche, gleichberechtigte und für beide Seiten ausgesprochen anregende und erfreuliche deutsch-namibische Schulpartnerschaft im Rahmen des "Globalen Lernens". Kern und Ziel unser Projektes ist die Arbeit an einem von den Schüler*Innen in beiden Ländern gemeinsam vereinbarten Thema, das jugendlichen Interessen entspricht und dem an beiden Schulen nachgegangen werden kann.

Unser derzeitiges Projekt für das schon stattgefundene Incoming vom 24.08.14 bis zum 05.09.14 und das noch in Aussicht stehende Outgoing, voraussichtlich im März 2015, steht unter dem Motto "rural and urban aspects of art, music and dance in ONE world", welches die Musik, die Kunst und den Tanz der verschiedenen ländlichen und städtischen Kulturen mit einbezieht.  Unser Projekt versucht dabei den Ansatz „Gleichberechtigtes Geben und Nehmen und Teilen von Wissen und Ressourcen“ in die Praxis umzusetzen. So ist die Basis unserer Partnerschaft eine regelmäßige und gleichberechtigte, meist elektronische Kommunikation über Inhalte, Umsetzungen und Fragen der Umsetzungen.

Wichtig ist uns, dass dabei keine ungleichen Machtverhältnisse entstehen, sondern, dass Entscheidungen von beiden Seiten getragen und gefällt werden. Dies nimmt zwar viel Zeit in Anspruch, ist uns aber bislang meist erfolgreich gelungen. Dazu zählt es auch. gemeinsame Themen zu wählen, bei denen beide Partnergruppen auf Augenhöhe arbeiten können. Ein zentraler Aspekt bei der Themenwahl sind auch die Milleniumsziele, vor allem das Ziel 8. „Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung“ aber auch die Gleichberechtigung der Geschlechter (Ziel 2). In unserer Partnerschaft diskutieren wir dabei kritisch, wer dabei wie und warum bzw. nach welchen Vorstellungen „entwickelt“ werden soll/muss. Dazu ist es notwendig, sich mit früheren, aber auch heute immer noch bestehenden Machverhältnissen zwischen dem „Norden“ und dem „Süden“ auseinandersetzen (z.B. Kolonialismus bzw. Neokolonialismus). Unverzichtbar ist dazu noch die Thematisierung von offensichtlichem, aber auch verstecktem Rassismus (unter anderem bei der Entwicklungszusammenarbeit).

Für den Ausbau und die Zukunft der Partnerschaft ist es vor allem wichtig, über die Projektgruppen an den beiden Schulen hinaus, die Schulgemeinschaft in das Projekt miteinzubeziehen. Dies geschieht unter anderem durch Schulveranstaltungen beim Tag der offenen Tür, die Schülerzeitung, aber auch durch Präsentationen in Form von Ausstellungen.  (…) In unserem stattgefundenen Austausch haben wir viele schönen Momente geteilt und zusammen viel mit unseren Partner*innen unternommen. (…) Hierbei zeigte sich, dass Vorurteile, die wir z.T. bewusst, z.T. unbewusst hatten, schnell entkräftet wurden. Es wurde nämlich ziemlich schnell klar, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben, besonders die Lust am Leben und das Verlangen, dieses zu genießen. (…) Wir hatten viel Spaß dabei, voneinander zu lernen und miteinander zu lachen. Anfangs kam es manchmal auf beiden Seiten zu Kommunikationsproblemen (…). Diese konnten wir aber bei einem, von ENSA finanziell geförderten, "integriertem Seminar" durch ein gemeinsames Gespräch mit Hilfe der sozialpädagogischen Trainer klären. (…)

Für die Zukunft ist es das Ziel, die geschilderten Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem gerade stattfindenden Austausch der nächsten Generation von SchülerInnen zu vermitteln, die nach uns die Namibia-AG übernehmen und an einem weiteren Austausch teilnehmen sollen. Wichtig ist uns und unseren Partnern auch, dass die Partnerschaft noch stärker im Schulleben beider Schulen verankert wird. Dazu zählen unter anderem Beiträge in den Schülerzeitungen, die von uns, aber auch von unseren Partner*innen verfasst werden, Präsentationen und Vorträge über die  bisherigen Begegnungsreisen sowie das Bekanntmachen von Feier- und Gedenktagen in beiden Ländern.

     
 
 

6. Platz: SchülerFAIRma

SchülerFAIRma der Staatlichen Jenaplan-Schule in Jena
Partnergruppen: Corazón de Jesús, Dulce Nombre, Nicaragua / La salle Horta Barcelona, Spanien

Ausgewählte Milleniumsziele:

  • Primärschulbildung für alle
  • Ökologische Nachhaltigkeit

Kurz-Beschreibung des Projekts

Wir sind ein von Schüler*innen geleiteter Zusammenschluss, der sich als Schülerfirma (Schüler-GmbH) organisiert. Unsere Anliegen bei der Arbeit sind globales Lernen, Fairness (im Umgang und bei der Ressourcennutzung), Umweltbewusstsein, nachhaltiges Handeln und Verantwortungsbewusstsein. Diese Prinzipien setzen wir uns selbst als Maßstab und wollen andere dafür sensibilisieren. Wir arbeiten als ein von Schüler*innen geleitetes Unternehmen unter Beratung und Begleitung von Lehrer*innen. Ehrenamtlich einbringen können sich Schüler*innen ab der vierten Klasse, Lehrer*innen sowie Eltern unserer Schule. (…) Die Leitung wird von zwei Schüler*innen übernommen. (…)

Wir möchten wirtschaftlich nachhaltig und erfolgreich arbeiten. Hierfür veranstalten wir Basare, Caterings und betreiben das Schülercafé unserer Schule. Beim Einkauf von Lebensmitteln achten wir auf fairen Handel, Regionalität, ökologischen Anbau und wenig Verpackungsabfall (siehe Richtlinien für den Produkteinkauf). Außerdem soll das Angebot saisonal sein.

Mit unseren Gewinnen unterstützen wir Projekte mit und in unserer Partnerschule „Corazón de Jesús" (Dulce Nombre, Nicaragua) und deren unmittelbaren Umgebung. Außerdem verwenden wir unsere finanziellen Mittel für Investitionen vor Ort, die unserem Selbstverständnis entsprechen. Weiterhin beteiligen wir uns an Kosten die im Rahmen von Schulaustauschen unserer Schule anfallen. (…) Bei unserer Arbeit kooperieren wir eng mit dem Eine-Welt-Haus Jena e.V. und dem Eine-Welt-Laden Jena. 

Unsere SchülerFAIRma wurde gegründet um gemeinsame Projekte und Austausche mit unserer Partnerschule in Dulce Nombre zu finanzieren. Dafür veranstalten wir Caterings, nehmen an Basaren Teil und sind in unserer Schule mittlerweile Ansprechpartner Nummer Eins, wenn es um die Verpflegung von Workshops geht. Aus dieser Partnerschaft entstanden bereits viele gemeinsame Aktivitäten(…)

Unser jüngstes Projekt ist das „Müllprojekt“. Bei diesem schauten wir auf die Müllprobleme in unseren eigenen Ländern und in dem jeweils anderen Land. Danach überlegten wir, wie wir auf die Müllprobleme hinweisen können. In Deutschland besteht im Gegensatz zu Dulce Nombre ein funktionierendes Müllsystem. Also war es uns wichtig aufzuzeigen, wie es ist wenn der Müll einfach irgendwo hingeschmissen wird und dieses System nicht existiert. Wir klebten also für eine Woche die Mülleimer in unserer Schule zu, um dies zu simulieren. In Nicaragua ging die Müllaktion genau in die entgegengesetzte Richtung. Sie überlegten sich, was sie mit dem Müll, den sie haben anstellen können. Sie bauten Mülleimer aus Plastikflaschen, erstellten Infoschilder, hielten Vorträge und organisierten ein gemeinsames Aufräumen im Dorf. Während der beiden Aktionen wurde eifrig gefilmt, so dass sich beide Projekte in einem Film vereinen. (…)

Desweiteren fanden bereits fünf Austauschreisen in das jeweils andere Land statt. Bei jedem Austausch bekamen wir Schüler*innen die Möglichkeit, bestehende Projekte auszuwerten und/oder neue zu entwickeln. Wir Konnten feststellen, dass es für die eigenen „Baustellen“ sehr gut ist die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. (…) Einmal im Monat „treffen“ wir uns mit unseren nicaraguanischen Partnerschüler*innen via Skype. Dies ist für uns eine große Möglichkeit sich auszutauschen, zu helfen und Ratschläge zu geben und einfach nur mit unseren mittlerweile Freunden zu quatschen.  Seit 2012 besteht auch eine Partnerschaft zu der Schule „La salle Horta“ in Barcelona. (…) Da diese Schule einen Deutschkurs anbietet haben wir dieses Jahr einen Briefaustausch aufgebaut, welche dort aktiv in den Unterricht eingebaut werden kann.  

Unser großes Ziel ist es eine Dreieckspartnerschaft zwischen den drei Schulen in Dulce Nombre, Barcelona und Jena aufzubauen. Es soll ein lebendiger Austausch entstehen von welchem alle sehr viel profitieren können.

     
 
 

7. Platz: Zusammen in die Zukunft

EVOGLOBAL! (ehem. Togo AG) des Lycée Francais de Düsseldorf
Partnerschulen: Grundschule Adjréké Togo, Collège Solidarité Togo

Ausgewählte Milleniumsziele:

  • Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
  • Primärschulbildung für alle
  • Gleichstellung der Geschlechter
  • Ökologische Nachhaltigkeit

Kurz-Beschreibung des Projekts

Unser Projekt existiert seit 2009 und bestand am Anfang aus zwei Schülergruppen, von der 3. Bis zu 12. Klasse. Im Jahre 2013 haben wir (…) unseren Namen geändert: [Die Gruppe] heißt jetzt EVOGLOBAL und besteht aus 25 Schülern. Unsere Prioritäten haben sich stark (…) verändert und wir haben uns neue Ziele gesetzt: mehr Öffnung auf die Welt, eine zukünftige engere Zusammenarbeit mit den Schüler*innen unserer togolesischen Partnerschulen und die Kooperation mit LHL und „Ingenieure ohne Grenzen“, um gute Holzsparkocher für und mit unseren Partnern zu bauen. Allerdings hat Ebola unseren Elan stark gebremst… Unsere Partner sind Lernen-Helfen-Leben e.V, Adich, bridge-it! und vor kurzem Ingénieurs sans frontières-Nantes. Mit diesen Studenten aus der École Centrale Nantes wollen wir über Solarenergie und Holzsparöfen zusammenarbeiten. (…)

Unsere Gruppe EVOGLOBAL besteht aus 2 Schülergruppen und einer Elterngruppe. Die 18 Grundschüler befassen sich 1-mal pro Woche außerhalb des Unterrichts mit dem Thema „Baum, mein Freund!“. Sie erlangen Kenntnisse über den Urwald und den europäischen Wald, die Fauna und Flora. Wir haben auch zusammen mit 2 Grundschulen entschieden eine Wanderausstellung zu organisieren mit dem Thema: “Baum, mein Freund!“. Jede Schule wird mit begrenzten materiellen Mitteln (Buntstifte und Zeichnungen, also keine Fotos, kein CD…) 15 Plakaten herstellen. Im Mai 2015 werden die jeweiligen Ausstellungen in das Partnerland abgeschickt.

Die 6. Und 7.Klassen unserer Schule und unserer togolesischen Partnerschule „Solidarité“ werden eine Wanderausstellung mit Gedichten und Zeichnungen realisieren (Thema: Bäume). Wir haben gleichzeitig eine Umfrage in einer 7. Klasse hier und in Togo durchgeführt und einen gemeinsamen Artikel geschrieben. Wir verfolgen die Fortschritte des Projektes Elagnon („Hoffnung“), das von LHL durchgeführt wird und den faire Verkauf der von uns gewonnen 400 Solarlampen in Togo. Wir wollen mit einer Gruppe aus unserer Schule einen Video-clip mit dem Thema „Wie wird sich der Planet im Jahre 2050 ernähren?“ noch in diesem Jahr drehen. (…)

Wir führen weiterhin unsere Aktionen fort, um Geld für unser Projekt zu sammeln: Kuchenverkauf, Sponsorenlauf, Togo-Abende…  Wir arbeiten zusammen mit Ingénieurs ohne Grenzen /Frankreich, auf den Gebieten der Solarenergie und der Forschung in Sache Pyrolysekocher. Wir haben die Nachbarschule (Heinrich Heyne Gesamtschule) an unsere Treffen eingeladen [und] warten auf Rückmeldung.  Um mehr Aufmerksamkeit auf unser Projekt zu lenken, wollen wir mehr Öffentlichkeitsarbeit leisten, indem wir an Seminare teilnehmen (LHL), und unsere Mitschüler zu Ausstellungen, Debatten, Filmen und Konferenzen einladen. Die Themen stehen schon fest: „Sozial Unternehmen“, „Infragestellung der Entwicklungshilfe mit kritischem Blick auf unser Projekt“, „Baumschutz in Togo und in Düsseldorf“ (…)

Unser Videoclip über die Bekämpfung der Hunger wollen wir auch auf dem Klimagipfel in Paris im Dez. 2015 vorstellen. Wir wollen auch Aktionen in unserer Schulkantine veranstalten, damit unsere Mitschüler von diesem Problem bewusst werden. Die Wanderausstellungen zwischen Togo und hier müssen die fundamentale Rolle der Bäume zeigen. Ziel ist dass, die Grundschüler in Düsseldorf und in Togo verstehen, dass Bäume überall geschützt werden müssen. Nach dem schlimmen Sturm Ela wollen wir für die Wiederaufforstungskampagne in Düsseldorf spenden, damit klar wird, dass wir alle überall handeln müssen. Wir sind bewusst geworden, dass wir alle hier und in Togo gemeinsam Probleme lösen müssen; deswegen sind die Teilnahme an den Klimagipfel und die Organisation einer Schülerreise nach Togo unsere mittel- und langfristigen Ziele. Daher unser Motto: „Zusammen in die Zukunft!“

     

 
 

8. Platz: Bunter Sand & Spuren hinterlassen

Videoprojekte "Bunter Sand" und "Spuren hinterlassen" der Sportschule Potsdam
Partnerschule: Escola Secundária da Matola, Mosambik

Ausgewählte Milleniumsziele:

  • Primärschulbildung für alle
  • Ökologische Nachhaltigkeit

Kurz-Beschreibungen der Projekte

Spuren hinterlassen

Die Sportschule pflegt seit 2000 partnerschaftliche Beziehungen zu zwei Schulen und einem Kinderheim in Mosambik. Seit 2001 gibt es regelmäßige Begegnungsreisen von Schülergruppen der Sportschule Potsdam zur Escola Secundária da Matola nach Mosambik. Die letzte Reise fand im Oktober 2014 unter dem Motto „Spuren hinterlassen“ statt. Die Übergabe an die nächste Reisegruppe (Oktober 2015) erfolgt im Dezember 2014. In der ESM lernen inzwischen über 9.000 Schüler. Involviert sind (…) alle [640] Schüler*innen der Sportschule Potsdam (…). Sie erlaufen und erschwimmen beim alljährlichen Spendenfest „Running and Swimming for Help“ die Gelder für die Realisierung unserer gemeinsamen Projekte in Mosambik. Dieses Partnerschaftsprojekt ist ein fester Bestandteil im Schulprogramm der Sportschule Potsdam und findet neben dem Sponsorenfest in verschiedenster Form in der Bildungs- und Erziehungsarbeit Einfluss. Bei der Partnerschaftsarbeit sind uns das gemeinsame Arbeiten und der gegenseitige Austausch am wichtigsten.

Vorbereitend auf die Projekte werden daher jedes Jahr intensive Absprachen mit den Partnereinrichtungen in Mosambik getroffen, um zu klären, welche Projekte von den Schüler*innen geplant werden können. Dieses Jahr war in Matola, neben der Finanzierung des Internets für ein weiteres Jahr, die gemeinsame Renovierung eines Klassenraums ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Außerdem sollten unbedingt ein Teil der vielen kaputten Stühle und Tische repariert werden. Dabei wurde darauf geachtet, dass schon vorhandenes Material verwendet wurde, indem wir zusammen neue Tische aus Alten gebaut haben. (…) Bei der Begegnung können beide Seiten viel voneinander lernen. Das gegenseitige Kennenlernen führt zur Akzeptanz verschiedener Religionen und Kulturen, zum Verständnis der Lebensumstände der Jugendlichen in verschiedenen Teilen der Welt und den daraus resultierenden Schwierigkeiten. (…)  Die partnerschaftliche Zusammenarbeit ist eine Chance, unsere (junge) Generation in beiden Ländern über persönliche Kontakte für globale Probleme zu sensibilisieren und stärkt das Bewusstsein für die „globale Gemeinschaft“.

Alle Schüler*innen, die bisher an der Begegnungsreise teilgenommen haben, berichten von bereichernden Erfahrungen, die ihren Horizont und das Verständnis für die heutige Welt erweitert haben. Viele von ihnen arbeiten in einem sozialen Jahr  nach der Schule  in einem afrikanischen Land, auch Mosambik, oder einem anderen Schwellenland mit sozialen Brennpunkten. (…) Die Begegnungsreise wirkt als Grundlage für verschiedenste gewinnbringende Faktoren. Zum einen wird uns sowie den Schüler*innen der Partnerschulen in Mosambik deutlich, dass bestehende Barrieren zwischen dem Globalen Norden und Süden nicht unausweichlich sind, sondern überwunden werden können und durch die Partnerschaft sowie dem Lernen voneinander weitestgehend aufgehoben werden.

Das Überwinden bestehender Unterschiede versuchen wir auch stets in unsere Projekte einfließen zu lassen. (…) Die größten Schranken in unserer Welt existieren in der Denkweise der Menschen. Es ist unbedingt notwendig Vorurteile und Klischees abzubauen, um sich als Teil der Weltgemeinschaft zu erkennen – das wird uns Schülern und auch den begleitenden Lehrern bei dieser Begegnungsreise bewusst. Auf dieser Erkenntnis aufbauend fällt es uns Schülern ebenfalls leichter, uns politischen und wirtschaftlichen Themen zu öffnen und Zusammenhänge zu verstehen, da wir die Notwendigkeit darin besser erkennen. Ein Besuch in der deutschen Botschaft in Maputo ist daher auch ein fester Bestandteil der Begegnungsreise geworden. Hierbei haben die Sportschüler*innen die Chance, ihre Fragen zu stellen, die sich im Verlauf der Reise ergeben haben. Abschließend ist zu sagen, dass wir jedes Jahr auf beiden Seiten viele  Spuren zu hinterlassen. Die größte, schönste und nachhaltigste Spur bleibt in uns selbst zurückbleibt.

Bunter Sand

Bei unserem Projekt handelt es sich um ein Filmprojekt, welches die Produktion einer Dokumentation sowie deren Veröffentlichung und Verbreitung in Potsdam beinhaltet. Die Idee zum Filmprojekt entstand im vergangenen Jahr in Mosambik. Die Sportschule Potsdam führt schon seit dem Jahr 2000 Partnerschaften zu zwei Schulen und einem Kinderheim und seit 2001 fahren jedes Jahr neue Schülergruppen im Rahmen einer dreiwöchigen Begegnungsreise zu diesen Partnerschulen, um mit ihnen gemeinsam Projekte zu realisieren.

Ich, Maxie Borchert, war im vergangenen Jahr ebenfalls teilnehmende Schülerin an dieser Begegnungsreise. Die Erfahrungen, die wir dort machten, haben mich nachhaltig beeindruckt, sodass ich beschloss nochmals an der Reise teilzunehmen und diese mit der Kamera zu begleiten.  Im vergangenen Jahr lernte ich ebenfalls Clara Liepsch kennen, der ich bei ihrer Jugendclub-Produktion "alles und nichts" am Potsdamer Hans-Otto-Theater half. Nachdem ich ihr immer öfter von meiner Projektidee erzählte kam es dazu, dass sie sich dem Projekt anschloss. Die Schüler der diesjährigen Reisegruppe willigten ebenfalls ein, sodass wir uns seit Mai auf das Filmprojekt vorbereiten konnten.  (…)

„Bunter Sand“ soll im Frühjahr 2015 an verschiedenen Potsdamer Schulen gezeigt werden und dort zu Diskussionen anregen. Darüber dass es notwendig ist, sich zu begegnen um Klischees und Vorurteilen entgegenzuwirken. Dass es wichtig ist, seine eigenen Erfahrungen mit unserer Welt und der heutigen Zeit zu machen. Sich zu öffnen und eigene Erfahrungen mit beispielsweise einem fremden Land und einer fremden Kultur zu machen, erfordert Mut. Es ist wichtig, diesen Mut aufzubringen. Man muss an seine persönlichen Grenzen stoßen und diese überwinden, um letztendlich selbstbewusst zu handeln. Des Weiteren hoffen wir, dass der Film zum kritischen Hinterfragen der eigenen Situation anregt. Wir finden es wichtig, die eigenen Gewohnheiten, Werte und Ziele kontinuierlich zu überdenken. In Mosambik haben sich die Schüler zum Beispiel ständig kritisch mit dem Thema Globalisierung auseinandergesetzt.

Unser Ziel ist es, zu vermitteln, die Welt nicht nur durch die Medien zu sehen, sondern mit eigenen Augen wahrzunehmen, zu erkennen und letztendlich mitzugestalten. Wenn die Welt in Zeiten der voranschreitenden Globalisierung immer näher zusammenrückt, dann sollte es unsere Aufgabe sein, sie immer besser kennenzulernen.  Ein großer Teil unseres Projekts liegt bereits hinter uns: Die Begegnungsreise der Schülergruppe der Sportschule Potsdam, welche vom 04.10.14 bis zum 24.10.14 stattfand. (…)

Während der Reise haben wir unter anderem kontinuierlich die Fragen der Schüler dokumentiert. Fragen, die sie sich im Laufe der Reise gestellt haben und Dinge, die ihnen aufgefallen sind und die sie teilweise nicht verstanden haben. Viele dieser Fragen wurden auch vor der Kamera geäußert und fallen in die Bereiche Wirtschaft, kulturelle Entwicklung und Globalisierung.

Schon vor der Reise nach Mosambik haben wir uns auf die Suche nach Experten in diesen Bereichen begeben und sind nun dabei zu versuchen Termine für Interviews zu vereinbaren. Die Idee ist es, die Fragen, die sich die Schüler im Laufe der Reise und des Films stellen, innerhalb einer zweiten filmischen Ebene von den Experten beantworten zu lassen, soweit dies möglich ist. (…) Desweiteren haben wir nachbereitend einige Interviews über die Situation der Schüler*innen nach der Reise geführt.

Ab Dezember werden wir zudem gemeinsam mit dem Musiker Maxim Lichtenwald und der Potsdamer Band "Koalakrew", welche aus Potsdamer Studenten besteht, unsere Filmmusik gestalten.

     
 
 

9. Platz: El Plato Global                   

El Plato Global der Carlo-Schmid-Oberschule in Berlin-Spandau
Partnerschule: Instituto Nacional Cornelio Azenón Sierra (INCAS), Atiquizaya, El Salvador

Ausgewählte Milleniumsziele:

  • Bekämpfung von extremer Armut und Hunger
  • Ökologische Nachhaltigkeit

Kurz-Beschreibung des Projekts

In unserem Projekt tauschen sich Jugendliche aus Atiquizaya, El Salvador mit Jugendlichen aus Berlin-Spandau über Themen aus, die für beide Gruppen spannend und von globaler Bedeutung sind. In diesem Jahr haben wir in beiden Ländern eine Schulpartnerschafts-AG gestartet und beschäftigen uns mit dem Thema „Globale Ernährung“. Im November haben wir uns für 20 Tage in Berlin getroffen. In diesen Tagen haben wir an Workshops teilgenommen, thematische Exkursionen unternommen und Berlin kennen gelernt. Wir haben durch das Projekt Freundschaften geschlossen, viel über die Herstellung und den Konsum von Lebensmitteln gelernt und Unvergessliches erlebt. Im nächsten Jahr wollen wir uns weiter über Internet austauschen und für 2016 planen wir ein Treffen in El Salvador.  

Unsere Schulpartnerschaft zwischen der INCAS (Instituto Nacional Cornelio Azenón Sierra) in Atiquizaya, El Salvador und der CSO (Carlo-Schmid-Oberschule) in Berlin, Deutschland besteht schon seit 8 Jahren. Sie wird durch zwei Nicht-Regierungs-Organisationen unterstützt (APOKAM in El Salvador und KATE e.V. in Deutschland). Es gab in den vergangenen Jahren viele gemeinsame Projekte, Brieffreundschaften und Austausch über eine mehrsprachige Plattform. 2013 wollten wir endlich eine richtige Begegnung beantragen und KATE e.V. hat zusammen mit der CSO und der INCAS einen Antrag beim ENSA-Programm eingereicht. Der Antrag wurde bewilligt, wir haben eine Schulpartnerschafts-AG in beiden Ländern gestartet und uns über E-Mail kennengelernt. Im November war es dann endlich soweit: Wir haben uns für 3 Wochen in Berlin getroffen.   

Inhaltlich hat uns besonders die Produktion von Schokolade beeindruckt, als wir eine Schokoladen Werkstatt besucht haben. Auch die Konzepte von urbaner und solidarischer Landwirtschaft fanden wir spannend. Zu unseren persönlichen Erfahrungen gehört, dass wir festgestellt haben, dass es egal ist, welche Hautfarbe wir haben, aus welchem Land wir sind oder welcher Religion wir angehören – wir finden immer etwas, was wir gemeinsam haben. Wir haben trotz unserer Sprachbarrieren super schnell Freundschaften geschlossen.  Bei der Planung des Projektes durften wir in den AGs unsere Ideen selbst einbringen. Zum Beispiel hat die deutsche AG überlegt, welche Ausflüge die Jugendlichen aus El Salvador interessieren könnten. Dann wurden die Ideen übersetzt und nach El Salvador geschickt. Die AG in El Salvador hat geantwortet, was sie besonders interessiert und dann wurden die Vorschläge und Wünsche in das Programm eingebaut. Außerdem haben einige der deutschen Jugendlichen die Jugendlichen aus El Salvador als Gastfamilien aufgenommen. Und sie konnten ihnen ihre Hobbies zeigen und was sie in ihrer Freizeit machen. Die Jugendlichen aus El Salvador haben eine Tanz-Performance in El Salvador vorbereitet und dann in Berlin mehrmals aufgeführt. Beide Gruppen haben aktiv an den Workshops und Exkursionen teilgenommen und im Upcycling-Workshop zusammen Geldbeutel aus Milchtüten und Ohrringe aus Kronkorken hergestellt.  

Für unseren Alltag haben wir besonders viel zum Thema Ernährung mitgenommen. Wir haben viel darüber gelernt, wie in Deutschland und in El Salvador gekocht wird und können in Zukunft selbst die Gerichte aus dem anderen Land kochen. Außerdem wollen einige von uns in Zukunft darauf achten, nicht mehr so viele Lebensmittel wegzuschmeißen. Unser Austausch hat uns auch motiviert, mehr Deutsch, Spanisch und Englisch zu lernen.

     
 
 

10. Platz: Nepal-Projekt

Nepal Projekt der Mato-Kosyk-Grundschule in Briesen
Partnerschule: Primary-School in Bhimkhori, Nepal

Beschreibung des Projekts

Nepal? Noch vor drei Jahren wäre es für die Lehrer und vielleicht einige geografisch interessierte Schüler nicht viel mehr gewesen als der Name eines fernen Landes im Himalaja. Aber Bhimkori? Nie gehört.... Inzwischen wissen die Schüler der ,,Mato-Kosyk-Grundschule“ Briesen wie die Kinder im jenem Bhimkori leben, wie sie lernen, essen, spielen....

Ein unsichtbares Band spannt sich zwischen dem Dorf in der Umgebung der Stadt Cottbus und dem Dorf in der weiteren Umgebung der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu.

Dafür gibt es eine kleine Vorgeschichte: Geplant war eigentlich nur der Urlaub einer Lehrerin unserer Grundschule. Einen Kontakt vor Ort fand sie im Internet und so bereiste sie mit ihrem Mann 2010 Nepal. Shyam führte sie nicht nur auf den Pfaden im Mahrabat- Gebirge, er zeigte ihnen dort auch sein Heimatdorf Bhimkori, stellte sie dort den Leuten vor und sie genossen ihre Gastfreundschaft. Hautnah lernten sie so das einfache und beschwerliche Dasein der dort lebenden Menschen kennen. Besonders die Lebensumstände der Kinder beeindruckten sie nachhaltig. Als sie am 4. Tag ihres Aufenthaltes nach einer Spende für, die im Bau befindliche Primary School gebeten wurden, gaben sie gern etwas. Von der Sinnhaftigkeit ihrer Spende überzeugte sie, dass die Initiative zum Bau der Schule vom örtlichen Gemeinderat ausging. Kein „schlauer“ Europäer hatte sie überredet. Nein, es war den Gemeindevertretern bewusst, dass Bildung ein sehr wichtiges Gut ist. (...) Auftrag der neuen Schule soll die frühzeitige Bildung der Kleinsten sein. Sobald sie in der Lage sind, den Weg zur Schule selbstständig zu bewältigen, sollen sie dort Bildung erhalten. In vorangegangen Gesprächen mit den Gastgebern erfuhren sie, dass auch die Lehrergehälter durch die Gemeinde getragen werden müssen. Der Staat gibt für diese Region wenig Geld für Bildung aus. Da eine Schule ohne Lehrer sinnlos ist und das vorhandene Geld kaum für den Neubau reicht, übernahmen sie die Gehälter für zwei Junglehrer in der Primary-School Bhimkhori.

Was lag da näher als der Aufbau einer Schulpartnerschaft zwischen unserer Mato-Kosyk-Schule und der Primary-School in Bhimkhori? Unserer Schulgremien stimmten zu und mit einem groß angelegten Projekt, mit dem wir beim Schulwettbewerb des Bundespräsidenten einen 4. Preis erhielten, hauchten wir dem Ganzen Leben ein. Begeisterung und Interesse erfassten nicht nur die Kinder, sondern auch Lehrer und Eltern. Persönliche Erfahrungen, gewürzt mit Fotos, eröffneten der gesamten Schulgemeinschaft einen, wenn auch sehr unvollständigen, Blick in eine bisher fremden Welt. Mit dem Projekt tauchten wir, in das Leben der Kinder in Bhimkori ein, erlangten Respekt vor dem Leben der Kinder dort und hinterfragten kritisch unserer Wohlstandsdenken. Uns wurde bewusst: die Kinder in Bhinkhori sind nicht von vornherein unglücklich und all unsere Konsumgüter führen nicht unbedingt zu einer hohen Zufriedenheit.

In der Folge gründete sich unsere „Nepalgruppe“, bestehend aus 5 Kindern und einer Lehrerin. Wir organisieren jährlich mindestens eine Benefizveranstaltung, um Geld für die Bezahlung einer Lehrkraft in Nepal zu sammeln. Seit 2012 finanzieren wir aus eigenen Mitteln diese Lehrkraft und verfügen bis zum jetzigen Zeitpunkt über Mittel für mindestens ein weiteres Jahr. Des Weiteren bereiten wir Projekttage vor, um allen in unserer Schule das tägliche Leben der Kinder in dem nepalesischen Dorf näher zu bringen. Wir haben einen eigenen Internetauftritt gestaltet, der über die Homepage der Schule zu finden ist.

Aktionen


2011: Vorbereitungen zum Start der Schulpartnerschaft (z.B. Information und Befragung der einzelnen Schulgremien wie Schülerkonferenz, Elternkonferenz, Lehrerkonferenz und Schulkonferenz, Kontaktaufnahme mit der „Nepal Kinderhilfe e.V.“
2012: Auftakt-Projekt im Februar; Organisation eines großes Benefiz - Adventskonzert; Kauf und eigene Herstellung von Unterrichtsmaterialien; Schreiben von Briefen an die nepalesischen Schüler; Herstellen eines Kalenders mit Plakaten über das Schulleben in Briesen; persönliches Überreichen dieser Präsente in Nepal durch die Lehrerin in den Weihnachtsferien
2013: Zusammenstellung einer Wanderausstellung über unsere Schulpartnerschaft; Organisation eines Projekttages Nepal mit Besuch eines nepalesischen Studenten; Spendenaktion: Verkauf von selbst hergestellten Speisen zum Herbstprojekttag; kleines Benefiz - Adventskonzert
2014: Gestaltung eines Wagens zum Festumzug anlässlich des 60 Schuljubiläums unserer Schule zum Thema Nepal; in Vorbereitung Organisation des 2. großen Benefiz – Adventssingen

Aussicht und Probleme

Unsere Gruppe trifft sich ein Mal wöchentlich und arbeitet unter der Anleitung der Lehrkraft so selbstständig wie möglich. Wir brauchen viel Unterstützung. Zum Start unseres Projektes waren die jüngsten Mitglieder in der 2. Klasse. Wir arbeiten zudem seit Anfang an eng mit dem „Verein Nepal Kinderhilfe e.V.“ zusammen, der uns auch mit wichtigen Informationen versorgen und die Überweisung des Geldes nach Nepal übernimmt. Es ist schwer direkten und persönlichen Kontakt mit dem Schülern in Bhimkhori zu halten. Nepal ist so weit entfernt. Wir können nicht einfach hinfliegen und Briefe über den Postweg würden ihr Ziel wahrscheinlich nicht erreichen. Uns bleibt nur die Möglichkeit in unregelmäßigen Abständen Briefe und Geschenke über den Verein Nepal Kinderhilfe, der immer wieder Praktikanten und andere engagierte Menschen dorthin schickt, mitzugeben. Über das Internet haben wir Verbindung zu einem Mitglied der Schulkommission in Nepal und wissen so wie der Entwicklungsstand in der Schule ist. Wir sind begeistert darüber, dass die Schule sehr gut angenommen wird und vor 2 Jahren Jahr sogar angebaut wurde. Wir wissen, dass man in Bhimkhori daran arbeitet, für die Schule eine Internetverbindung zu erstellen und entsprechende Technik zu besorgen. Dann könnte es auf diesem Weg zu echten „Brieffreundschaften“ zwischen den Schülern kommen. Wir freuen uns schon sehr darauf. Als Problem sehen wir auch, dass es relativ einfach ist, ein Projekt zu starten oder einen Internetauftritt zu gestalten. Es erweist sich als viel schwerer immer am Ball zu bleiben. Uns gelingt es sehr gut die Spendenveranstaltungen zu organisieren. Aber die Internetseite immer auf den neusten Stand zu halten schaffen wir noch nicht. Vor allem weil dabei auf Grund unseres Alters nicht selbständig arbeiten können.

 

 

 
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