Forum zum Austausch zwischen den Kulturen e.V.

  • Hamburg, Deutschland
  • 9 Award 2020
  • Globales Lernen
Schüler*innen und Lehrer*innen von fünf Hamburger Berufsschulen engagieren sich in unserem Verein. Im Rahmen der Vereinsarbeit unterstützen wir die Verankerung von BNE im Unterricht und begleiten den Aufbau und die Pflege von Schulpartnerschaften mit Schulen in Mosambik.

Einführung

Schüler*innen und Lehrer*innen von fünf Hamburger Berufsschulen engagieren sich in unserem Verein. Im Rahmen der Vereinsarbeit unterstützen wir die Verankerung von BNE im Unterricht und begleiten den Aufbau und die Pflege von Schulpartnerschaften mit Schulen in Mosambik.

Kurzbeschreibung des Projektes

Eine Gemeinsamkeit der deutschen und mosambikanische Schüler besteht darin, dass sie alle auf dem Weg sind, also täglich in die Schule oder in die Werkstatt und damit in die Professionalität. Sie planen, entwickeln und produzieren gemeinsam "Gepäckstücke" die sie auf ihrem Weg begleiten und ihren individuellen Bedürfnissen sowohl in Form und Funktion entsprechen. Dabei findet ein interkultureller Austausch der Kompetenzen auf der beruflichen und persönlichen Ebene statt.

Der Projektansatz

Zentrales Ziel unseres Konzeptes ist der Dialog zwischen den Kulturen über berufliche Bildung: Der gegenseitige Besuch in Hamburg und in Mosambik ermöglicht es den Auszubildenden, Menschen einer anderen Kultur „hautnah“ zu erleben und dabei Erfahrungen und Wissen auszutauschen. Im Kontext unserer Vereinsziele haben engagierte Berufsschüler*innen im Rahmen der Umgestaltung des Schulhofes der BS 25 einen Färbergarten entworfen, gebaut und begrünt. Hiermit sind wir Teil des weltweiten Färbergartennetzwerkes "seven gardens". Der Färbergarten soll im Mittelpunkt des Projektvorhabens im Mai 2021 (ursprünglich für das Frühjahr 2020 geplant) beim nächsten Partnerschaftsbesuch aus Mosambik stehen. Das Projekt wird durch online Kontakte von beiden Seiten vorbereitet. Im Rahmen einer Begegnung über das Handwerk des Färbens planen, entwickeln, produzieren und überprüfen die Teilnehmenden beispielhaft "Gepäckstücke" die sie auf ihrem Schul- und Arbeitsweg begleiten und ihren individuellen Bedürfnissen sowohl in Form und Funktion entsprechen. Der Designprozess wird gemeinsam gestaltet, so dass aus beiden Kulturen Farbgestaltung, Ornamentik und Ästhetik zusammenfließen. Dabei tauschen die Schüler*innen beider Länder Erfahrungen über die natürlichen Pflanzenfarbstoffe aus, die in ihrem jeweiligen beruflichen und kulturellen Kontext verwendet werden. Die Auszubildenden Tischler, Schneider und Maler bekommen durch den Färbergarten die Möglichkeit, unmittelbar den Anbau, die Pflege, die Ernte, die Verarbeitung, die Vermarktung und die Rückführung in den Stoffkreislauf zu erleben. Die mosambikanische Partnerkultur kennt in einigen Regionen viel stärker den selbstverantworteten Umgang mit diesen Stoffen, sei es im Beruf oder auch in der privaten Landwirtschaft. Als greifbares Ergebnis der Kooperations- und Praxisvorhaben sollen am Ende Lehr- und Lernformate entwickelt werden, die einen Transfer in möglichst viele Gewerke der beteiligten Schulen ermöglichen.

Die Beteiligten

Unser Leitbild ist: "Bildung für nachhaltige Entwicklung und globales Lernen sind Themen, die zusammengehören und als fester Bestandteil in Schule und Ausbildung behandelt werden müssen." Berufliche Bildung ist hierbei in Deutschland und in Mosambik ein Handlungsfeld, das sowohl ökonomische als auch soziale und ökologische Teilbereiche zum Gegenstand hat. Im Verlauf des intensiven Kontaktes zwischen deutschen und mosambikanischen Jugendlichen werden Vorurteile abgebaut, die jeweils andere Kultur als Bereicherung der eigenen erkannt und die eigene Kultur kritisch reflektiert. Zudem machen die Auszubildenden Erfahrungen mit einer Kultur, deren Lebensfreude Mut macht, sich in unserer Gesellschaft für eine gerechtere Welt einzusetzen. Die mittlerweile fast 20-jährige Partnerschaftsarbeit hat einen nachhaltigen Einfluss auf das Schulprofil ausgeübt. Dies ist u.a. ein Resultat der vielen Begegnungen in Hamburg und Mosambik und zeigt sich in der Verankerung von BNE und GL in den Lernfeldern der Fachabteilungen. Die Arbeit unseres Vereins und der beteiligten Schulen wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mehrfach durch die Deutsche UNESCO Kommission als Dekadeprojekt und als Netzwerk der höchsten Kategorie. Die Wertschätzung in Mosambik zeigt sich u.a. darin, dass ein Projekt von 2016 (Kariesprophylaxecontainer) vom Gesundheitsministerium als beispielhaft für das ganze Land hervorgehoben wird. Wegen der weltweiten Pandemie war es in 2020 nicht möglich, persönliche Begegnungen zwischen den Jugendlichen zu ermöglichen, obwohl vier Begegnungen in Hamburg geplant waren. In Absprache mit den Organisationen, die unsere Förderanträge unterstützen, hoffen wir nun, die Besuche unserer Partner im nächsten Jahr nachholen zu können. Der Austausch erfolgt nun über WhatsApp und unsere facebook Gruppe, die von beiden Seiten viel genutzt wird. Wir verfolgen derzeit die Entwicklungen im Norden Mosambiks, wo die Aktivitäten von Terrorgruppen zur Flucht von ca. 400.000 Menschen geführt haben.

Titelbild

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