Lars

  • Youth Initiative Centre Armenien, Gyumri, Armenien
    Lars, Berlin, D
  • Platz 5 Award 2019
  • Film / Medien, Globales Lernen, Inklusion, Musik, Umwelt, Mobilität
Gemeinsam mit unserern PartnerInnen in Armenien nähern wir uns der Frage, was Inklusion, Kultur und Mobilität verbindet?

Während der bisherigen gegenseitigen Besuche von SchülerInnen und PädagogInnen aus Gyumri und Berlin bot sich allen Beteiligten ein ganz neuer und vor allem spannender Blick auf das Leben der Gäste bzw. GastgeberInnen.

Im Vordergrund der Begegnungen stehen der thematische Austausch zu Fragen der Mobilität und Inklusion. Aber auch Themen wie Migration und Nachhaltigkeit wurden immer wieder aufgegriffen. Unsere Ergebnisse haben wir filmisch, künstlerisch, musikalisch oder ganz digital festgehalten. Vor allem aber waren die bisherigen Begegnungen viel Spaß und tolle gemeinsame Erlebnisse geprägt, wodurch  sich zahlreiche Freundschaften entwickelten.

Einführung

Gemeinsam mit unserern PartnerInnen in Armenien nähern wir uns der Frage, was Inklusion, Kultur und Mobilität verbindet?

Kurzbeschreibung des Projektes

Wir bewerben uns mit unserem Projekt "Kultur(en) ohne Grenzen - Mobilität ohne Barrieren!", eine Schulpartnerschaft zwischen unserer "Armenien-AG" (Carl-von-Linné-Schule, Berlin) und der "Deutschland-AG" der Shirak-Verbundschulen in Gjumri, Armenien. Wir haben uns 2018 gegenseitig für jeweils eine Woche besucht, um uns kennen zu lernen und festzulegen, mit welchem Thema wir uns die nächsten zwei Jahre zusammen beschäftigen wollen. Wir haben uns für das große Thema "Mobilität" entschieden.

Der Projektansatz

Wie ist unsere Partnerschaft aufgebaut? Auf beiden Seiten gibt es eine Schüler*innen-Gruppe die seit 2018 in Kontakt stehen und sich an ihren Schulen regelmäßig treffen. Unterstützt von den Lehrkräften/ Schulleitungen und den Vereinen Acht e.V. in Berlin sowie Youth Initiative Centre in Gjumri, arbeiten beide Gruppen zusammen an der Partnerschaft. Bei den Treffen bringen sich alle mit ihren Ideen ein. So gab es beispielsweise im Vorfeld der der Begenung im September 2019 in Berlin fast jeden Monat ein Treffen der AG's bei denen in Gjumri und Berlin Ideen für die gemeinsame Projektwoche gesammelt wurden. Sowohl die Vor- und Nachbereitung als auch die Begegnungen selbst wurden wesentlich von den Jugendlichen inhaltlich gestaltet und teilweise in Eigenregie organisiert. Einige Begenungstage fanden sogar ohne Erwachsene statt. Welche Erfahrungen gab es während der vergangenen Begegnung? Unsere gemeinsamen Erfahrungen mit den Partner*innen aus Gjumri haben wir in einem Film zusammengetragen, den wir separat zusenden. Außerdem haben unsere Freund*innen einen Film mit emotionalen Eindrücken auf youtube gestellt. Darüber hinaus gab es aber auch Eindrücke, die nachwirkten. Bei unserem Nachbereitungstreffen wurde uns nochmal klar, dass, obwohl wir verschiedenen Fähigkeiten, Ideen und auch Einschränkungen haben, wir uns als Menschen begegnet sind und uns gegenseitig als solche respektiert haben. Besonders beeindruckend waren für alle Beteiligten die Erfahrungen, die während der Mobilitätswoche gesammelt wurden. Mitten in Berlin nahmen alle SuS eine neue Perspektive ein. Jede/r sollte sich entweder im Rollstuhl sitzend, mit verbundenen Augen oder mit eingeschränktem Hörvermögen fortbewegen. Klar benötigten alle dafür Unterstützung. Diese Erfahrung, sich in jemanden hinein zu versetzen, war für alle SuS sehr beeindruckend. Aber auch die Erkenntnis, dass wir uns aufeinander verlassen können wenn wir Unterstützung brauchen, war eine tolle Erfahrung.

Die Beteiligten

Mobilität definiert uns und unsere Position in der Gesellschaft. Ausserdem bestimmen Konzepte von Mobilität, wie vielfältig, inklusiv und gleichberechtigt eine Gesellschaft ist - und wie mit den natürlichen Ressourcen und der Umwelt/dem Klima umgegangen wird. Was macht die Einschränkung von mobil sein mit uns? Warum müssen manche "mobil" sein und flüchten und warum werden wiederum andere Menschen daran gehindert mobil zu sein (wegen Grenzen, Visa oder Behinderungen)? Mit welchen Herausforderungen müssen Jugendliche aus Deutschland und Armenien umgehen, insbesondere Jugendliche mit Behinderungen? Allein dadurch dass wir uns gegenseitig besuchen, konnten wir schon viel darüber erfahren welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten wir im "mobil" sein haben. Beispiel Visa-Anträge, Reise-Begleitung, wie mit Barrieren im öffentlichen Verkehr umgehen... In unserer Projektwoche haben wir auch mit einem Geflüchteten aus Syrien gesprochen der uns von seinem Leben in Deutschland erzählte. So stellen wir uns die Fragen, wie Grenzen zwischen den Ländern und unterschiedliche Privilegien uns beeinflussen. Dazu haben wir auch uns über die Migrationsgeschichten unserer Familien ausgetauscht und viel über die Unterschiede in Armenien und Deutschland erfahren können. Hier war insbesondere für die deutschen Teilnehmer*innen überraschend zu sehen, wie viele Migrationsgeschichten es in der eigenen Familie gibt. In einem Workshop zur Zukunft der Mobilität und beim Besuch des Futuriums haben wir viel über die Klimaschädlichkeit von bestimmten Mobilitätsformen gesprochen und wie wir das besser machen können. Im Grunde geht es uns also um Gerechtigkeit. Wir begegnen uns im Projekt auf Augenhöhe und mit ganz viel Freundschaft und Offenheit. Wir merken aber, dass viele Strukturen in der Welt für Ungerechtigkeit sorgen, Ungerechtigkeit zwischen den Menschen und gegenüber der Natur. Wir wollen miteinander lernen und aktiv mitgestalten wie wir das gerechter machen können.

Titelbild

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