Sambia AG der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule

  • Macha Secondary School und St. Mark's Secondary School, Macha und Mapanza, Sambia
    Sambia AG der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule, Gladbeck, Deutschland
  • Platz 6 Award 2018
  • Globales Lernen, Technik, Umwelt, Erneuerbare Energie
Gemeinsam können wir die Welt verändern - deutsche und sambische Jugendliche zeigen sich gegenseitig ihre Lebenswelten und bauen gemeinsam eine Solaranlagen und geben ihr Wissen an andere Jugendliche weiter.

Solares Wasserspiel für einen Kindergarten: Die Kinder von heute sind die Zukunft von morgen. Gemeinsam mit unseren sambischen Partnerschüler*innen haben wir während des Austausches 2018 ein solares Wasserspiel an einem Kindergarten in Gladbeck aufgebaut, um schon den ganz Kleinen anschaulich zu verdeutlichen, wie man die Kraft der Sonne nachhaltig nutzen kann. Die Kindergartenkinder können so spielerisch etwas über die Nutzung der Sonnenenergie lernen und es ihren Eltern erklären.

Seit 1986 bestehen Schulpartnerschaften zwischen der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule, Gladbeck, und zwei Schulen in Sambia, Afrika: Der Macha Secondary School  – einem Mädcheninternat – und der St. Mark’s Secondary School Mapanza – einem Jungeninternat. Herzstück der Partnerschaften ist ein im jährlichen Wechsel stattfindender, vierwöchiger Schüleraustausch.

Schwerpunkt der Projektarbeit ist seit 2004 das Projekt „Licht zum Lernen“, welches den Aufbau einer Solarstromversorgung an den Schulen bei gleichzeitiger Vermittlung der physikalisch-technischen Grundlagen zum Ziel hat, denn nur dadurch kann die Nachhaltigkeit des Projektes und das verantwortungsvolle Handeln in der EINEN WELT gewährleistet werden.

Einführung

Gemeinsam können wir die Welt verändern - deutsche und sambische Jugendliche zeigen sich gegenseitig ihre Lebenswelten und bauen gemeinsam eine Solaranlagen und geben ihr Wissen an andere Jugendliche weiter.

Kurzbeschreibung des Projektes

Solares Wasserspiel für einen Kindergarten: Die Kinder von heute sind die Zukunft von morgen. Gemeinsam mit unseren sambischen Partnerschülerinnen und -schülern haben wir während des Austausches 2018 ein solares Wasserspiel an einem Kindergarten in Gladbeck aufgebaut, um schon den ganz Kleinen anschaulich zu verdeutlichen, wie man die Kraft der Sonne nachhaltig nutzen kann. Die Kindergartenkinder können so spielerisch etwas über die Nutzung der Sonnenenergie lernen und es ihren Eltern erklären.

Der Projektansatz

Im Mittelpunkt des Projektes steht der Austausch, wie wir uns untereinander unsere Länder zeigen und damit auch die Unterschide wahrnehmen. Für mich aber spielt die Freundschaft, die hinter dem Projekt steht, eine viel größere Rolle. Auch wenn dies nicht von Anfang an so war, da mich Unsicherheit und vorallem Angst vor der fremden Sprache sehr verunsicherten. Als Busiko (meine Austauschschülerin) dann aber vor mir stand und genau wie ich mit Händen und Füßen gesprochen hat fühlte ich mich gleich viel wohler. Bushiko erzählte mir am Abend, dass es ein großer Unterschied sei von etwas zu hören und etwas mit eigenen Augen zu sehen. Sie war beeindruckt als sie in Deutschland ankam sagte sie mir . „Alles war so hell und überall waren Menschen, ich hatte schon ein bisschen Angst, aber gleichzeitig war ich auch neugierig auf dieses Land“ ich kann mich an diese Worte genau erinnern, denn genauso fühle ich mich jetzt, kurz bevor wir nach Sambia fahren. Die Anregung zum Kindergartenprojekt kam von meiner Mutter, die den Kindergarten leitet. Zusammen mit unseren Austauschschülern haben wir dann überlegt, was wir genau machen können und kamen auf das solare Wasserspiel, bei dem ein Solarmodul eine Pumpe betreibt und das hochgepumpte Wasser über Rinnen und Wasserräder wieder nach unten fließt, da es anschaulich und leicht verständlich für die Kindergartenkinder ist. Hier profitierten wir eindeutig von unseren Austauschschülern und ihren Kenntnissen. Die gemeinsame Arbeit hat uns dann noch mehr zusammen geschweißt, denn alle können ihre Fähigkeiten einbringen und Neues dazulernen und dabei merkt man schnell, dass die Herkunft überhaupt keine Bedeutung hat und das Sprachprobleme kein wirkliches Hindernis darstellen. Die gemeinsame Planung und Umsetzung der Projekte ist uns besonders wichtig, denn alle sollen nachher damit zufrieden sein. Mit den Solarprojekten können wir zudem etwas nachhaltiges für die Umwelt tun und die globalen Zusammenhänge erlernen und weitergeben.

Die Beteiligten

Als Sambia AG treffen wir uns jeden Donnerstag um zu Planen, zu Recherchieren und um Beiträge und Projekte vorzubereiten. Wir besprechen, wie wir unser Projekt populärer machen könnnen um somit mehr Geld für die Austausche und die Projekte zu sammeln. Dabei haben wir festgestellt, dass die Kombination aus Süd-Nord-Partnerschaft und naturwissenschaftlich-technischem Projekt eine sehr günstige ist, da sie viele Leute innerhalb und außerhalb der Schule anspricht und es zahlreiche umweltspezifische Wettbewerbe gibt, bei denen der soziale Aspekt der Partnerschaft besonders berücksichtigt wird. Dies wird noch deutlicher durch die neu aufgekommenen Sustainable Development Goals, die unseren Projektansatz bestätigen. Dabei haben wir den Projektansatz gar nicht entwickelt, sondern Austauschschüler von 2004, denn seitdem läuft das Projekt LICHT ZUM LERNEN. Der damals schon erfolgreiche Ansatz wurden dann von Austauschgruppe zu Austauschgruppe weitergetragen und von Jahr zu Jahr wird gemeinsam überlegt, welche Projekte durchgeführt werden sollen. Die Kommunikation mit unseren Partnerschulen erfolgt dann meist über Email und WhatsApp, so dass alle jederzeit über den aktuellen Stand der Planungen informiert sind und auch jederzeit neue Vorschläge und Ideen eingebracht werden können. Welches Projekt dann letztendlich durchgeführt wird hängt dabei allerdings auch davon ab, wie erfolgreich wir bei der Geldsammlung waren und was somit möglich ist. Um einen roten Faden zu haben und die Nachhaltigkeit zu erhalten haben wir uns dazu entschieden, jedes Jahr zumindest ein Solarprojekt umzusetzen (Licht zum Lernen), je nach Geldfluss mal größer und mal kleiner. Die finalen Entscheidungen über die Projekte werden gemeinsam in der Gruppe getroffen. Auf Infoabenden für die Schulgemeinschaft bzw. das lokale Umfeld der Jugendgruppe und der Schule werden die Projekte und Projektideen vorgestellt und mögliche Vorschläge für die kommende AG Arbeit aufgegriffen.

Erleben, Verstehen Bewerten und Handeln bezogen auf eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland und im jeweiligen Partnerland

Der Sommer 2018 mit seiner langen Trockenperiode hat uns einen Teil Afrika nach Deutschland gebracht, denn von unseren Partnerschülern haben wir erfahren, dass Trockenperioden in Sambia etwas ganz normales sind, dass aber die Regenzeiten in den letzten Jahren immer kürzer geworden sind und darunter auch die Wasserversorgung der Schulen leidet. Bei einer gemeinsamen Germanwatch Klimaexpedition haben wir zudem erfahren, dass die Gletscher immer weiter schmelzen, Seen in Asien und Afrika austrocknen (und auch einige Talsperren in Deutschland in diesem Jahr extremes Niedrigwasser haben) und die Nordostpassage nun quasi ganzjährig passierbar ist. Gründe hierfür liegen im Klimawandel und es liegt an uns etwas dagegen zu tun. Mit dem Projekt LICHT ZUM LERNEN erleben wir zwei unterschiedliche Kulturen, die meine Freunde und ich, wie auch viele Gruppen vor uns, erleben durften, mit dem gemeinsamen Ziel, etwas Nachhaltiges für die Umwelt zu tun und diese Nachhaltigkeit auch weiter zu tragen, indem weitere Kinder und Jugendliche in der Nutzung regenerativer Energien geschult werden, bzw. Kindergartenkinder nun ihre Eltern schulen.Was uns dabei ausmacht ist die Freundschaft, die zwischen uns allen entstanden ist, und die gemeinsamen Erinnerungen, die uns zusammenhalten, mit der Erkenntnis, dass wir gemeinsam etwas erreichen können. Mit dem Projekt, das wir am Kindergarten gemeinsam gestartet haben soll diese Bedeutung der gegeseitigen Freundschaft eine noch stärkere Bindung haben, denn neben dem deutschen Kindergarten soll das Projekt im kommenden auch in einen sambischen Kindergarten getragen werden, so dass wir gemeinsam die Verantwortung für die nächste Generation übernehmen. Wie wir zu der Zeit des Austausches gelernt haben „Handle so, als ob die Maxime deiner Handlung durch deinen Willen zum allgemeinen Naturgesetze werden sollte.“ (Immanuel Kant) Insgesamt haben wir durch das Projekt einen differenzierteren Blick auf das Leben in unserer EINEN WELT entwickelt.

Titelbild

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