Workcamp CARYM Eldoret – KLJB Mainz/Augsburg

  • CARYM Eldoret, Eldoret, Kenia
    Workcamp CARYM Eldoret - KLJB Mainz/Augsburg, Augsburg, Deutschland
  • Platz 4 Award 2018
  • Globales Lernen, Umwelt, 17 Ziele
Together Forever! Seit 2001 treffen sich regelmäßig katholische Jugendliche im Zuge einer besonderen Partnerschaft zwischen der CARYM Eldoret (Kenia) und den KLJB Diözesanverbänden Augsburg und Mainz. Grundsatz dabei ist der Interkulturelle Austausch auf Augenhöhe und das Lernen voneinander.

Der in diesem Abschnitt behandelte Kenia-Austausch ist eine interkulturelle Partnerschaft, die
zwischen drei Parteien besteht. Die CARYM Eldoret aus Kenia hat seit 2001 eine Partnerschaft mit der KLJB Augsburg und der KLJB Mainz. Diese Partnerschaft ist entstanden, als der kenianische Pfarrer Kimani im Jahr 2001 durch Deutschland reiste, um die KLJB kennenzulernen. Auf der Bundesversammlung der KLJB wurde angefragt, ob die Mainzer ihn nicht für ein paar Tage aufnehmen könnten. Das Internationale Team der KLJB Mainz sagte zu und bereitete dem Pfarrer einen Einblick in die Jugendarbeit der KLJB, wie das Kinderkino der KLJB Mainz und den Jugendraum „Albanskeller“ der KLJB Zornheim und ermöglichte ihm eine Stadtführung durch Mainz. Danach reiste Pfarrer Kimani weiter nach Augsburg, um die dortige KLJB kennenzulernen. Der anschließende E-Mail-Kontakt war nicht ausreichend. Es brauchte weitere persönliche Kontakte, um die aufgebaute Beziehung zu festigen, weshalb sich die Augsburger und Mainzer KLJB zusammenschlossen und sechs Kenianer*innen nach Deutschland einluden. Dieser Besuch wurde in einem gemeinsamen Vorbereitungswochenende geplant, ein Konzept, welches bis heute Bestand hat. Im Jahr 2003 gab es dann einen Gegenbesuch in Kenia. Im Vordergrund der Partnerschaft stehen keine Hilfsförderungen, sondern das gegenseitige Kennenlernen der unterschiedlichen Kulturen. Es sollen persönliche Kontakte zwischen Kindern und Jugendlichen ermöglicht werden. Hierbei wird deutlich, dass es sich nicht um etwas wie Entwicklungshilfe handelt, sondern ein gegenseitiger Besuch auf Augenhöhe stattfindet.
Die Arbeit auf Augenhöhe ist auch ein Aspekt der Partnerschaftsvereinbarung, die es zwischen den Partner*innen gibt. Die aktuellste Version dieser Vereinbarung wurde beim letzten Partnerschaftstreffen im Jahr 2015 in Kenia festgelegt und dient im Folgenden zur näheren Erläuterung der Partnerschaft. Der erste wichtige Punkt dieser Vereinbarung sind die gemeinsamen Werte. Die Arbeit auf Augenhöhe ist genauer beschrieben als „Arbeit in einer ehrlichen und verlässlichen Art und Weise“. Die Zusammenarbeit soll in gegenseitigem Vertrauen geschehen und alle drei Partner sollen gleichberechtigt sein, was sich vor allem in einem kooperativen und demokratischen Entscheidungsfindungsprozess zeigt. Jeder Teilnehmende in der Partnerschaft soll sich verantwortlich für die aktuellen Projekte und für die Zukunft der Partnerschaft fühlen, dabei sollen die Interessen der Gemeinschaft über die eigenen Interessen gestellt werden. Das Bindeglied zwischen den Partnern sind die gemeinsamen christlichen Werte innerhalb der katholischen Verbände. Jede*r soll die Möglichkeit haben ihren*seinen Glauben auszuleben. Alle Handlungen untereinander sollen in einer offenen und respektvollen Art und Weise ausgeführt werden, Toleranz soll alle Aktivitäten leiten. Gemeinsame Ziele werden für einen bestimmten Zeitraum festgelegt, sodass es praktische Ergebnisse gibt. Diese Ziele sollen mit der Richtlinie „Sehen – Urteilen – Handeln“ der MIJARC (Mouvement International de la Jeunesse Agricole et Rurale Catholique), die Weltebene der Verbände KLJB und CARYM, erreicht werden. Des Weiteren soll die Partnerschaft in Transparenz und Verantwortung geführt werden, jeder*jede Teilnehmer*in soll über die Entscheidungen informiert werden.
Die gemeinsamen Ziele sind im zweiten Abschnitt der Partnerschaftsvereinbarung festgelegt und genauer definiert. Sie sollen sowohl in der Diözese Augsburg als auch in Eldoret und Mainz umgesetzt werden. Es handelt sich hierbei zum ersten um einen Beitrag zur Entwicklung von ländlichen Gebieten: Die konkrete Situation von Menschen im ländlichen Raum soll verbessert werden, dabei soll die Jugend vor Ort mit eingebunden werden. Das nächste Ziel ist, dass die Partnerschaft zwischen den gegenseitigen Besuchsphasen in einem regelmäßigen Kontakt bleibt, der mit „verlässlicher, ehrlicher und guter Kommunikation“ beschrieben wird. Hierbei soll beispielsweise alle zwei Monate ein Partnerschaftsbrief abwechselnd von einem Partner gesendet werden, in dem aktuelle Projekte erläutert werden. Ein weiteres Ziel ist das gegenseitige Helfen mit Ratschlägen, es sollen Ideen zu aktuellen Aktivitäten der Partner ausgetauscht und die Bewegung der anderen unterstützt werden. Auch das kulturelle Lernen ist ein wichtiger Teil des Austausches. Als letztes Ziel wird in der Vereinbarung definiert, dass die Leitlinien von der CARYM und der KLJB verbreitet werden sollen, dass so viele junge Menschen wie möglich in die Partnerschaft mit einbezogen werden, was bedeutet, dass die Verbände immer offen sind, um neue Leute aufzunehmen. Auch die Kooperation mit Experten außerhalb der Partnerschaft wird genannt, die konsultiert werden sollen, um bestimmte Ziele zu erreichen. Die Ziele der Partnerschaft beziehen sich also hauptsächlich darauf, die Partnerschaft wachsen zu lassen und sich gegenseitig zu helfen. Zudem fokussiert sich die Partnerschaft auch darauf, die Lebenssituationen von Jugendlichen in ländlichen Lebensräumen konkret zu verbessern.
Der letzte Teil der Partnerschaftsvereinbarung beinhaltet die Kriterien, für die Mitwirkung bei der Partnerschaft. Diese sind teilweise gebunden an Richtlinien der Zuschussgeber, teilweise jedoch auch für die Nachhaltigkeit der Partnerschaft oder an die Themen der beiden Verbände CARYM und KLJB wichtig. Das erste Kriterium, dass die Teilnehmer zwischen 18 und 25 Jahre alt sein müssen, ist an eine Vorgabe des ehemaligen Zuschussgebers, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und ihrem Zuschuss zu politischer Jugendbildung aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes, auch genannt KJP, angelehnt. Bei diesem Zuschuss dürfen die Teilnehmer*innen nicht jünger als acht und nicht älter als 26 Jahre alt sein. Beim momentanen Zuschussgeber, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung liegen die Altersrichtwerte zwischen 16 und 30 Jahren. Die Partnerschaft hat sich jedoch für das Alter zwischen 18 und 25 Jahre entschieden, da man für eine Reise ohne Eltern in ein weit entferntes Land vorzugsweise schon 18 sein sollte. Da es sich um Jugendbewegungen handelt, sollten auch die Teilnehmer nicht zu alt sein, weshalb die Grenze 25 gesetzt wurde. Als Ausnahme gibt es das zweite Kriterium für die Teilnahme: Sowohl für den Austausch in Deutschland als auch in Kenia kann die besuchende Gruppe (in Kenia also Mainz und Augsburg zusammen) einen*eine Gruppenleiter*in bestimmen, welche*r älter als 26 Jahre ist. Es wurde hinzugefügt, dass es gut wäre, wenn diese leitende Person beim vorherigen Austausch schon dabei gewesen war. Dadurch entstünde eine gewisse Nachhaltigkeit in dem Austausch, da sich der*die Teilnehmer*in schon bestens mit den Projekten und letzten Beschlüssen auskennt. Trotzdem soll das keine feste Regel sein, sondern es sollen immer neue Leute die Chance bekommen teilzunehmen. Deshalb lautet das dritte Kriterium für eine Teilnahme, dass man nur ein zweites Mal mit ins andere Land fliegen darf, wenn man einen Teil der Organisation übernimmt. Somit bleibt die Offenheit des Projektes und ihre Multiplikation gewährleistet. Das nächste Kriterium ist verbunden mit den Werten des BDKJ und auch der KLJB und der CARYM: Geschlechtergerechtigkeit. Die Vorschriften besagen, dass die Gruppe paritätisch besetzt sein soll mit Frauen und Männern. Bei einer ungeraden Anzahl der Teilnehmer*innen, die es in den letzten Partnerschaftstreffen häufig gab, wird darauf geachtet, dass es so gut wie ausgeglichen ist. Das nächste Kriterium ist die Möglichkeit der Teilnahme, egal zu welchem Stamm die Kenianer*innen gehören. Kenia hat das Problem von Krawallen unter den Stämmen zwar weitestgehend im Griff, es kommt jedoch zum Beispiel bei Wahlen immer wieder zu Problemen. Des Weiteren soll keine Rolle bei der Auswahl der Teilnehmer*innen sein, wie viel Geld die Kandidat*innen besitzen. Die Partnerschaft könnte nicht existieren, wenn die Finanzen nicht größtenteils über Zuschüsse vom Bund gedeckt wären. Die Kenianer*innen sollen in der Regel einen symbolischen Beitrag bezahlen, meisten handelt es sich dabei um die Bezahlung des Visums. Wenn dies jedoch für einen Teilnehmer nicht machbar ist, bleibt er nicht von vorneherein ausgeschlossen, sondern es wird nach einer anderen Lösung gesucht. Das letzte Kriterium ist die Auswahl der Teilnehmer: Die Vorgabe besagt, dass dies demokratisch geschehen soll. In Deutschland ist es gang und gäbe, dass jeder, der bei einem Besuch in Kenia teilnehmen möchte, ein Motivationsschreiben schreiben muss. Das ORGA-Team, das von den Teilnehmer*innen gewählt wird, entscheidet dann demokratisch darüber, wer mitfahren darf, natürlich im Hinblick auf die obigen Kriterien. In Kenia wird ein sehr aufwändiges Auswahlverfahren angewandt: Die Pfarrer aller Ortsgruppen der Diözese können Teilnehmer*innen vorschlagen, am Ende wird von den CARYM Verantwortlichen entschieden, wer mitkommen darf, bevor der Bischof diese Kandidat*innen noch akzeptieren muss. Wenn ein Kriterium nicht erfüllt werden kann, z.B., dass sich mehr Frauen als Männer (oder andersherum) beworben haben, die zur Entwicklung der Partnerschaft vom ORGA-Team als geeigneter eingeschätzt werden, können Ausnahmen gemacht werden, wenn dies in Rücksprache mit den anderen Partner*innen geschieht. Es geht also insgesamt darum, dass sich die Teilnehmer*innen mit dieser Partnerschaft ernsthaft auseinandersetzen und sie weiterentwickeln wollen.
In die Vorbereitung der verschiedenen Austausche sollen alle drei Partner eingebunden werden. Hierbei gibt es den wiederkehrenden Zyklus (Besuch in Deutschland – Besuch in Kenia – Pausenjahr), welcher seit 2002 so Bestand hat und 2017 zum ersten Mal um ein Pausenjahr erweitert werden musste, aufgrund von den Wahlen 2017 in Kenia. Der Startpunkt für einen solchen Zyklus ist sozusagen die Vorbereitung auf den Besuch in Deutschland, da so die Partnerschaft ja begonnen hat. Hierbei ist es so, dass es zwei gemeinsame Partnerschaftswochenenden zwischen den Mainzern und Augsburgern gibt. Zwischendrin treffen sich das „InTeam“ (Internationales Team) aus Mainz und der „AKI“ (Arbeitskreis Internationales) aus Augsburg, die eigenständig Aufgaben vorbereiten. Bei diesen beiden Partnerschaftswochenenden wird dann gemeinsam ein ORGA-Team gewählt. Dieses ORGA-Team besteht in der Regel aus jeweils einem Vorstandsmitglied aus Mainz und Augsburg, aus jeweils einem InTeam- und AKI-Mitglied und zur Unterstützung jeweils einer/einem ReferentIn aus beiden Diözesen. Als nächstes teilen sich alle Leute in Teams ein, die verschiedene Aufgaben haben. Das erste Team ist das Öffentlichkeitsarbeits-Team (ÖA-Team), es hat die Aufgabe sowohl in der Vorbereitung als auch während der Austausche beispielsweise Artikel und Bilder in den sozialen Netzwerken zu verbreiten, wie auf der offiziellen Partnerschafts-Facebookseite oder in Nachrichtenblättern/Verbandszeitschriften und ähnlichem. Außerdem hat das Team die Aufgaben, mögliche Sachspenden zu organisieren, ein Fotobuch oder etwas Ähnliches nach dem Austausch zu erstellen und ein Programmheft für die Zeit des Austauschs zu entwerfen, z.B. mit Infos über die Länder, die Sprachen und das Programm sowie Lieder zum gemeinsamen Singen. Auch für Gastgeschenke ist das ÖA-Team zuständig. Das zweite Team ist das Programmteam, welches sich detailliert mit dem gemeinsam entwickelten Programm auseinandersetzt und es bis in die Details vorbereitet und durchspricht. Bei den vielen Programmpunkten, die es in einem dreiwöchigen Programm gibt, ist dies natürlich viel Arbeit. Ein weiterer Punkt, der zu den Aufgaben dieses Teams gehört, ist die Kalkulation und Vorbereitung des Essens. Zusätzlich kümmert sich dieses Team darum, dass der Ablauf während der Austausche funktioniert. Wenn mal Leerlauf vorhanden ist oder an langen Sitzungstagen ein Auflockerungsspiel benötigt wird, hat sich das Programmteam ein paar Spiele überlegt. Zudem errechnet das Programmteam die gefahrenen Kilometer zwischen den Einsatzorten und die voraussichtlichen Kosten für Essen und Eintritte. Die Ergebnisse werden dann weitergegeben an das dritte und letzte Team: das Finanzteam. Es kümmert sich mit Unterstützung von den Referent*innen um die Beantragung der Zuschüsse, die Verwaltung des Geldes und die Buchhaltung. Eine ehrenvolle Aufgabe für Menschen jungen Alters, die damit Verantwortung übernehmen für ein Projekt, das mehrere tausend Euro kostet. Hierbei ist die Unterstützung von hauptamtlichen Referent*innen natürlich unerlässlich, nichtsdestotrotz werden viele der Aufgaben von den Ehrenamtlichen durchgeführt. Die Wahl, in welches Team man eintreten möchte, ist jedem*jeder frei überlassen, es wird nur darauf geachtet, dass in jedem Team mindestens ein ORGA-Mitglied mitwirkt und sowohl Mainzer als auch Augsburger dabei sind. Durch diese Aufteilung in Teams ist gewährleistet, dass sich jeder*jede Teilnehmer*in engagiert und seine*ihre Rollen übernimmt. Die Arbeit wird somit erfolgreich auf verschiedene Schultern verteilt.
Geplant wird das Programm immer nach einem Motto, welches beim vorherigen Austausch festgelegt wird. Das Thema des Treffens im Jahr 2018, welches vom 15.08.-04.09. stattgefunden hat, lautet beispielsweise „Unity in Diversity“, also „Einheit in Vielfalt“. Es handelt sich hierbei um ein interkulturelles und interreligiöses Thema, es soll behandelt werden, dass man egal, welcher Religion, welcher Kultur oder welchem Stamm man zugehört, eine Einheit bilden kann. An den Vorbereitungswochenenden wurde sich dann bereits intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt, teilweise selbst vorbereitet, teilweise mit externen Referent*innen. Für die meisten Aufgaben in der Vorbereitung für den Austausch in Deutschland sind die deutschen Teilnehmer*innen zuständig, genau wie die meisten Aufgaben für den Austausch in Kenia von den Kenianer*innen erledigt werden.
Während der Austausche gibt es fixe Punkte, die bei jedem Partnerschaftstreffen vorkommen. Dies sind zum ersten ein paar Kennenlernspiele am ersten Tag. Es ist wichtig, sich gut kennenzulernen, um eine gegenseitige Beziehung aufzubauen. Dies wird verknüpft mit ein paar lustigen Spielen, um direkt eine lockere Stimmung zu erzeugen. Der nächste Programmpunkt, der immer dabei ist, ist ein interkulturelles Training. Ein interkulturelles Training verfolgt den Zweck, Einstellung, Wissen und Handlungskompetenz für eine Interaktion mit Menschen aus anderen kulturellen Hintergründen positiv zu beeinflussen. Es wird sich mit der eigenen Kultur auseinandergesetzt, bevor danach Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Verhaltens- und Denkmustern der anderen Kultur erkannt werden können um somit eine gute Zusammenarbeit zu garantieren. In den letzten Austauschen war dieses Training immer in der Mitte des Programms angesiedelt, im kommenden wird es direkt an den Anfang gesetzt, um einen besseren Kennenlerneffekt zu erreichen. Die nächsten Fixpunkte eines jeden Austausches sind der deutsche und kenianische Abend. Hierbei geht es darum, seine eigene Kultur vorzustellen mit typischem Essen, typischen Spielen und Tänzen, dies alles in traditioneller Kleidung. Der deutsche Abend wird in diesem Jahr zum ersten Mal aufgeteilt in einen Mainzer und einen bayrischen Abend, um auf die kulturellen Unterschiede innerhalb Deutschlands hinzuweisen. Der nächste, sehr wichtige Fixpunkt sind die Partnerschaftsgespräche. Hierbei wird auch immer ein*e externer*externe und damit neutraler*neutrale Referent*in eingeladen, da es aufgrund von unterschiedlichen Ansichten zu leichten Spannungen kommen kann. Es wird viel diskutiert über die Zukunft der Partnerschaft und reflektiert über die Zeit zwischen den Partnerschaftstreffen. In diesen Gesprächen wird zum Beispiel die Partnerschaftsvereinbarung durchgesprochen und gegebenenfalls angepasst, es wird ein Schwerpunkt für das nächste Jahr und den nächsten Austausch festgelegt und nach passenden Projekten gesucht. Ein weiterer Fixpunkt der jeweiligen Treffen ist ein gemeinsames praktisches Projekt des Austausches. Dies war 2014 in Deutschland zum Beispiel die Renovierung des Selbstversorgerhauses, indem wir uns aufgehalten haben. Das Thema hieß „Projektmanagement“. 2015 in Kenia war das praktische Projekt die Planung und Durchführung eines diözesanweiten Tanz- Schauspiel- und Musikfestivals. In diesem Jahr steht als gemeinsames Projekt ein Film-Workshop an, bei dem ein Film gegen Radikalisierung und für Frieden entstehen soll, passend zum Motto „Einheit in Vielfalt“. Der letzte Fixpunkt eines jeden Austausches ist die gemeinsame Reflexion der verbrachten Zeit. Hierbei gibt es verschiedene Methoden, wie Zwischenreflexionen oder die dauerhafte Reflexionsmöglichkeit anhand eines großen Plakats mit allen Programmpunkten, die man direkt bewerten und Kommentare hinzufügen kann. Als Abschlussreflexion gab es in den letzten Jahren häufig die Methode, dass alle ORGA-Mitglieder eine Station übernehmen mit einem Thema wie Unterkunft, Organisation, Essen, Programm, Gruppe, Thema oder die Partnerschaftsgespräche und dann alle anderen Teilnehmer*innen in einer Zweiergruppe etwas dazu sagen können. Alle Fixpunkte haben sich über die Jahre bewährt und sind höchstens leicht angepasst worden.
Alles in allem lässt sich resümieren, dass die Partnerschaft zwischen der CARYM Eldoret und der KLJB aus den Diözesen Mainz und Augsburg dem Zweck dient, voneinander und gemeinsam zu lernen. Es soll gelernt werden, auf Augenhöhe zu arbeiten, gemeinsame Projekte zu realisieren, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu erkennen und das eigene Weltbild zu verändern. Die Partnerschaftstreffen bieten viel Raum sich gegenseitig kennenzulernen und Freundschaften zu schließen. Bei den Abschieden ist es immer emotional und tränenreich, da man in den drei Wochen, in denen man gemeinsam lebt, lernt und lacht, doch sehr zusammenwächst. Es entstehen Freundschaften, man schreibt sich häufig und interessiert sich für die Geschehnisse im anderen Land. Die Freundschaften gehen teilweise so tief, dass ein Kenianer sein Kind nach einem deutschen Teilnehmer benannt hat.

Einführung

Together Forever! Seit 2001 treffen sich regelmäßig katholische Jugendliche im Zuge einer besonderen Partnerschaft zwischen der CARYM Eldoret (Kenia) und den KLJB Diözesanverbänden Augsburg und Mainz. Grundsatz dabei ist der Interkulturelle Austausch auf Augenhöhe und das Lernen voneinander.

Kurzbeschreibung des Projektes

Die von uns gepflegte Partnerschaft wird von den katholischen, ländlichen Jugendverbänden CARYM (Catholic Agricultural Rural Youth Movement) in Eldoret (Kenia) und KLJB (Katholische Landjugendbewegung) in Augsburg und Mainz getragen. Im Jahre 2001 gab es einen ersten Kontakt durch den kenianischen Pfarrer Kimani, der bei der Bundesversammlung der KLJB zu Besuch war und über die ländliche Jugendarbeit hier in Deutschland mehr erfahren wollte. Bei der Idee einer gemeinsamen Partnerschaft haben sic

Der Projektansatz

Im Partnership Agreement (dieser Bewerbung angehängt) sind die Grundsätze und die Ziele der Partnerschaft aufgelistet: Es geht um eine vertrauensvolle Umgangsweise auf Augenhöhe. Demokratische Entscheidungen, Transparenz und Verlässlichkeit sind Grundwerte, die Interessen der Partnerschaft sollen immer über den Interessen des Einzelnen stehen. Dabei wird nach den Grundsätzen des gemeinsamen weltweiten Dachverbandes gehandelt: Sehen–Urteilen–Handeln. Hauptaugenmerk ist die Lebenssituation Jugendlicher in ländlichen Gebieten zu verbessern. Eine verlässliche, ehrliche und wertschätzende Kommunikation ist uns auch zwischen den gegenseitigen Besuchen wichtig. Weiter unterstützten wir uns gegenseitig mit Ratschlägen und dem Ideenaustausch. Außerdem fungiert jede*r Teilnehmende der Partnerschaft als Multiplikator*in, um so viele Jugendliche wie möglich zu erreichen. Um diese Partnerschaftsgrundlagen zu erreichen, gehen wir das Agreement im Rahmen jedes Treffens bei den Partnerschaftsgesprächen durch und evaluieren deren Umsetzung. Durch das stetige ins Gedächtnis Rufen der Vereinbarung sollen die Ziele bestmöglich erreicht werden können. Das Arbeiten auf Augenhöhe gelingt meist gut, im finanziellen Bereich ist die deutsche Seite aufgrund einer besseren Zuschusslage jedoch stärker involviert. Ansonsten wird häufig der Punkt der Kommunikation zwischen den Partnerschaftsbegegnungen als verbesserungsfähig benannt. Die Zukunftsfähigkeit der Partnerschaft wird auch bei den Gesprächen immer wieder behandelt. Die drei wichtigsten Erfahrungen bzw. Erkenntnisse auf deutscher Seite in der Partnerschaft sind: 1. Lernen über Toleranz, 2. Aufbrechen von Schubladendenken und 3. Ausbrechen aus der eigenen Komfort-Zone. Somit trägt die Partnerschaft bei allen Teilnehmenden zur Persönlichkeitsentwicklung stark bei. Auf Nachfrage berichten unsere Partner aus Eldoret folgende Punkte: 1. Zeitmanagement, 2. Gastfreundschaft und Freundlichkeit und 3. Strukturelle Unterschiede der Jugendverbände.

Die Beteiligten

Die Verfahrensweise ist folgende: Das Thema für die nächsten Begegnungen werden immer bei den vorangehenden Partnerschaftsgesprächen demokratisch entschieden. Auf dieser Basis bereiten dann die jeweiligen Gastgeber ein Programm vor, welcher dem Partner vorgestellt und besprochen wird. Über das Partnershipagreement sind Stellschrauben wie Alter, Parität und das bisherige Engagement der Teilnehmenden an den Partnerschaftsbegegnungen geregelt. Bei Abweichungen müssen immer alle drei Partner zustimmen. Während die Zahl der Gäste limitiert ist, ist die Begegnung im Verband des Gastgebers öffentlich und ermutigt möglichst viele Jugendliche teilzunehmen. Im Allgemeinen wird die Partnerschaft ehrenamtlich getragen, die angestellten Referenten und Koordinatoren der Verbände sind allein bei Rückfragen und bei der Kostenverwaltung aktiv dabei. Jeder einzelne Partner bestimmt verantwortliche Personen, welche für die Kommunikation zuständig sind und wichtige Entscheidungen gemeinsam und demokratisch treffen. Entscheidungen werden dann über Medien wie E-Mail, Skype und Whatsapp getroffen.

Erleben, Verstehen Bewerten und Handeln bezogen auf eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland und im jeweiligen Partnerland

Wir entschieden uns für den aktuellen Turnus für das SDG #16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“. Unter dem Motto „Unity in Diversity“ beschäftigten wir uns 2018 in Deutschland mit interkultureller bzw. -religiöser Vielfalt und tauschten uns darüber aus, wie ein friedliches Zusammenleben verschiedener Kulturen bzw. Religionen sowohl in Deutschland als auch in Kenia funktioniert. In gewohnter Weise haben wir uns für 2019 gemeinsam für das Motto „Human Dignity“ entschieden, wiederum im Rahmen des SDG #16. In den gegenseitigen Besuchen erfahren die Teilnehmer wertvolle Dinge für ihr Leben: Verständnis globaler Zusammenhänge, Erweiterung des eigenen Horizonts und auf Basis dessen Reflektion des eigenen Handelns. Die Teilnehmenden hinterfragen ihr Handeln und stoßen als Multiplikatoren Mitmenschen zum Nachdenken und reflektierten Handeln an. Die Teilnehmenden lernen z.B. Arbeitsweisen, Zeitmanagement, Gastfreundlichkeit, Herangehensweisen an Projekte, Infrastruktur, Öffentlichkeitsarbeit, Finanzen, Organisation und Durchführung von Projekten im anderen Jugendverband kennen. Das eigene Handeln verändert sich durch die Erfahrung in der Partnerschaft nachhaltig, da eigene Verhaltensweisen hinterfragt werden. Durch externe Referent*innen für Studienteile wird gewährleistet, dass die Teilnehmenden an Wissen gewinnen und zudem für eine erfolgreiche Zusammenarbeit vorbereitet werden um so die Partnerschaft wachsen zu lassen. 2017 hatten wir ein schweres Jahr für unsere Partnerschaft, da wir trotz kompletter Vorbereitung das Partnerschaftstreffen in Deutschland absagen mussten. Durch die kenianischen Präsidentschaftswahlen wurde ein Ausreiseverbot verhängt. Auch wenn wir uns direkt entschieden haben das Treffen im darauffolgenden Jahr nachzuholen, führte die Absage zu einer Motivationseinbuße auf deutscher Seite. Glücklicherweise konnte dies überwunden werden und die Begegnung im Sommer 2018 umgesetzt werden.

Titelbild

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Einführung

Together Forever! Seit 2001 treffen sich regelmäßig katholische Jugendliche im Zuge einer besonderen Partnerschaft zwischen der CARYM Eldoret (Kenia) und den KLJB Diözesanverbänden Augsburg und Mainz. Grundsatz dabei ist der Interkulturelle Austausch auf Augenhöhe und das Lernen voneinander.

Kurzbeschreibung des Projektes

Eine Partnerschaft auf Augenhöhe – dies ist das oberstes Ziel unserer deutsch-kenianischen Freundschaft, welche seit bald 20 Jahren besteht. Wir, das sind die KLJB (Katholische Landjugendbewegung) der Diözesen Augsburg und Mainz sowie die CARYM (Catholic Agricultural Rural Youth Movement) Eldoret. Gegenseitige Besuche finden in einem Dreijahresrhythmus statt, bei welchen wir uns gemeinsam mit einem uns wichtigen Thema befassen und die Kultur des jeweiligen Landes hautnah erleben dürfen.

Der Projektansatz

Auf geht’s nach Kenia! Die Rucksäcke sind gepackt mit Erfahrungsberichten, Wissen aus unseren Vorbereitungswochenenden, Erwartungen, Ängsten, möglicherweise auch mit Vorurteilen und riesiger Vorfreude auf die nächsten 3 Wochen. 7 Jugendliche aus der Diözese Mainz und 8 aus der Diözese Augsburg freuten sich diesen Sommer, alte Gesichter, welche im Vorjahr in Deutschland auf Besuch waren, wieder zu sehen und in die Arme zu schließen. Durch einen gemeinsamen kulturellen Austausch, Lernen und Erleben erfahren wir eine wertvolle Freundschaft, die uns über kontinentale Grenzen hinweg verbindet. Unser gemeinsames Anliegen ist, die Welt von morgen zu gestalten. Hierzu befassten wir uns dieses Jahr mit dem Thema Human dignity und den SDGs, die sich mit unseren Werten decken. In Workshops, Seminaren und Exkursionen diskutierten wir Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Hierbei stellten wir fest, dass nicht die Nationalität, sondern die persönlichen Erfahrungen und Werte ausschlaggebend sind. Die Besuche einer Fischerei am Victoriasee und einer Teeplantage veranschaulichten uns, dass Naturressourcen eine wichtige Lebensgrundlage für viele Menschen sind, um ihr tägliches Einkommen zu sichern und dadurch Armut und Hunger zu bekämpfen. Zusätzlich erörterten wir, wie wichtig der Schutz des Landökosystems für Tier und Mensch ist. Im interkulturellen Training, aber besonders im zwischenmenschlichen Kontakt, erkannten wir, dass gegenseitiges kulturelles Kennenlernen eine wichtige Grundlage für gegenseitige Akzeptanz (auch außerhalb unserer Partnerschaft) ist, um langfristig Frieden zu stiften und zu sichern. Durch das Wahrnehmen der unterschiedlichen Handlungsmuster hinterfragen wir auch zurück im Alltag unsere eigenen Einstellungen und Meinungen. Die Austauschaufenthalte werden von den Jugendlichen der Gastgeberdiözese organisiert. Dennoch stehen wir durch unsere regelmäßigen Partnershipletter, Skypeanrufe und Mails in regem Kontakt und können Wünsche und Vorschläge einfließen lassen.

Die Beteiligten

In unserer Partnerschaft hat sich in den letzten rund 20 Jahren ein dreijähriger Rhythmus bewährt: nach unserem diesjährigen Besuch steht 2020 ein Break-Year und 2021 ein erneutes Workcamp in Deutschland statt. Themen für beide Jahre wurden bereits im Sommer gemeinsam beschlossen. Unser gemeinsames Thema für das Break Year lautet „Food connects“. In Themenfeldern wie Ernährungssouveränität, Ressourcenverschwendung, Internationalem Essen, etc. beschäftigt sich jeder der drei Partner separat mit dem gemeinsamen Thema. Durch regelmäßige Partnershipletter und den informellen Kontakt über Social Media halten wir uns gegenseitig auf dem Laufenden und berichten über unsere Erfahrungen und Neu-Gelernten zum Thema. Im nächsten Workcamp, welches 2021 wieder in Deutschland stattfinden wird, werden wir uns mit dem Ziel 17 der SDGs beschäftigen. In drei Wochen der Begegnung möchten wir uns damit beschäftigen, wie bzw. welche weiteren Partnerschaften zu einem Erreichen der 17 Ziele beitragen und wie jeder einzelne zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Ganz unabhängig unseres Dreijahres-Rhythmus nahmen alle drei Partner bei der letztjährigen 72-Stunden-Aktion des BKDJ (Bund deutscher katholischer Jugendlicher) teil. Uns deutsche Partner freut dabei besonders, dass die hier bereits bewährte Sozialaktion auch in Eldoret einen so hohen Anklang gefunden hat, dass sich die CARYM dazu entschlossen hat, eine eigene 72-Stunden-Aktion nun jährlich durchzuführen.

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