bridge-it! Award 2016

Der bridge-it! Award, der in diesem Jahr zum 5. Mal verliehen wurde, zeichnet herausragende Süd-Nord-Partnerschaften von Jugendlichen aus. Die Jury unter Vorsitz von Heide Simonis hatte bis zum Nikolaustag erneut die schwere Aufgabe, eine Wahl zu treffen. Heide Simonis sagte: „Die diesjährigen Bewerbungen sind in ihrer Vielfalt und Qualität wieder mal ein Beweis dafür, dass diese Jugendlichen wirklich „Agenten des Wandels“ sind. Sie zeigen uns den Weg zu einer gerechteren, fairen Welt ohne Armut und Umweltzerstörung. Und vor allem zeigen sie uns, dass der Weg dorthin in Partnerschaft von Menschen im globalen Süden und globalen Norden gegangen werden kann.“

Hier könnt ihr die besten 10 Projekte kennenlernen:

 

 
 

1. Preis: Behinderung und Partnerschaft

Guangzhou English Training Center for the Handicapped (GETCH) in Guangzouh, China & HalloWelt AG des SRH Berufsbildungswerks Neckargemünd


Das Projekt

Das Projekt "Behinderung und Partnerschaft" verfolgt das Ziel sowohl in China, als auch in Deutschland, dieses Thema aus der Tabuzone zu holen, Öffentlichkeit herzustellen und diese zu sensibilisieren, aber auch betroffene Menschen aufzuklären und zu unterstützen.

Im Oktober 2016 kam es zur Projektbegegnungsreise nach Guangzhou, China. In Workshops haben sich beide Gruppen gemeinsam mit den Unterthemen "Kennenlernen", "Sexuelle Bildung", "Sexuelle Übergriffe", "Selbstbestimmtes Leben" und "Kommunikation in der Partnerschaft" beschäftigt und sich Informationen beschafft. In der zweiten Phase kam es zu Kleingruppenarbeit zu den genannten Themen [bei der] das gemeinsame Wissen gesammelt, aber auchUnterschiede in beiden Kulturen herausgearbeitet und gegenübergestellt [wurden]. Drei der Kleingruppen haben sogar in China öffentliche Umfragen durchgeführt und diese ausgewertet. Am Ende dieser Erarbeitungsphase stand dann eine große Abschlusspräsentation bei GETCH, die sowohl vor der Schulgemeinschaft, als auch unter Beteiligung externer Zuschauer stattfand. Im Januar 2017 ist eine Großveranstaltung im BBW Neckargemünd geplant. Hier sollen die Projektergebnisse der "deutschen" Öffentlichkeit vorgestellt werden. 2017 ist eine Projektbegegnungsreise zum gleichen Thema in Deutschland geplant. Hier soll dann in ähnlicher Arbeitsweise an die vorhandenen Erkenntnisse angeknüpft und darauf aufgebaut werden. Die Erfahrungen und Kenntnisse sind einerseits die projektbezogenen Ergebnisse, zum anderen, und nicht minder wichtig, stehen der interkulturelle Dialog und das globale Lernen im Zentrum eines solchen Projekts.

Behinderten- als auch Frauenrechte werden bei diesem Projekt stark beleuchtet. Es wurden starke formelle, als auch gelebte Unterschieden beider Kulturen festgestellt. Diese zu erkennen, ohne sofort in eine Bewertungshaltung zu "rutschen" galt es zu verwirklichen. Trotzdem war es den Schüler*innen wichtig zu diskutieren und empfundene Ungerechtigkeiten zu verurteilen. Die Schüler*innen möchten mit diesem Projekt diese Ungerechtigkeiten abmildern - sei es die Enttabuisierung in Deutschland und China, als auch die konkrete Verwirklichung von "Aufklärung" und Information. Die Schüler*innen empfanden, dass sie etwas sehr sinnvolles tun und sind der festen Überzeugung, dass sie etwas für die Behindertenrechte bewirken können. Die Rückmeldungen aus beiden Projektgruppen ergaben, dass man sich nun sicherer fühlt, da man mehr Informationen, aber durch das Projekt auch mehr Selbstbewusstsein erworben hat.

Die Beteiligten

GETCH ist die einzige Einrichtung dieser Art in ganz China. Dort können Menschen mit physischen Behinderungen Englisch und IT-Anwendungen lernen. Diese Einrichtung finanziert sich ausschließlich über Spenden und ist staatlich unabhängig. Die Schüler*innen kommen vor allem aus sehr armen ländlichen Strukturen, in denen behinderte Menschen immer noch sehr ausgegrenzt und diskriminiert werden.
Das Berufsbildungswerk (BBW) Neckargemünd ist eine Einrichtung für Menschen mit physischen und psychischen Behinderungen, in der das Duale Ausbildungssystem unter einem Dach angeboten wird, um jungen Erwachsenen die Möglichkeit der Teilhabe am Berufsleben durch eine staatlich anerkannte Ausbildung zu ermöglichen.

Das Projektthema wurde gemeinsam von beiden Projektgruppen aus Guangzhou und Neckargemünd gewählt. Dies geschah im Rahmen der letzten Projektbegegnungsreise. Die HalloWelt AG des BBW und die Projektgruppe von GETCH stehen über moderne Medien in Kontakt. Dies sind vor allem WECHAT, Email und SKYPE (funktioniert nicht immer in China). Die HalloWelt AG des BBW Neckargemünd verwaltet und leitet sich selbstorganisiert. Da das Projekt pädagogisch und finanziell von ENSA begleitet wird, fand in diesem Rahmen auch eine intensive Vorbereitung statt. [Weiterhin] hat die deutsche Projektgruppe sich inhaltliche Unterstützung bei ProFamilia, Heidelberg geholt. Eine schulöffentliche Veranstaltung von ProFamilia im BBW Neckargemünd wurde unmittelbar vor der Ausreise nach China durchgeführt.

Die Schulgemeinschaft ist in das Projekt stark integriert. Direkte Beteiligte sind neben der Schüler*innen-Gruppe das UNESCO-Team, das aus vier Lehrer*innen besteht. Die Öffentlichkeit wird des Weiteren durch regelmäßige Einträge im China-Auslandsblog als auch durch FACEBOOK-Informationen medial einbezogen.

Foto: "Gemeinsam an einem Strang ziehen. Nach der Zuckerrohrernte."

     
 
 

2. Preis: Müll - ein Perspektivwechsel

CSP Adjégounlè in Porto Novo, Benin & Stromberg-Gymnasium Vaihingen/Enz

Das Projekt

Müll gehört zu den größten globalen Problemen. Das Konsumverhalten und die Ex- und Hopp-Mentalität insbesondere in den Ländern des Globalen Nordens, aber auch zunehmend im Globalen Süden bringen unsere Erde an ihre Grenzen. [Das Thema Müll] haben wir uns als beninischdeutsche Gruppe gemeinsam angenommen. Vor und während unserer Begegnung haben wir uns gemeinsam über die globale Dimension des Müllproblems informiert, unsere Rechercheergebnisse ausgetauscht und uns so dem Thema angenähert. Auch unser eigenes "Müllverhalten" haben wir dabei unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse haben wir im Vorfeld der Begegnung per E-Mail untereinander ausgetauscht und so einen Einblick in unsere "Beziehung" zum Thema Müll gewonnen. Statistisch gesehen produzieren die Menschen in Benin 50 Mal weniger Müll als der/die Durchschnittsdeutsche. Dennoch ist der Müll im beninischen Straßenbild - auch auf dem Schulhof des CSP - allgegenwärtig, da die Entsorgungsstrukturen nicht umfassend sind. Um ein Bild davon zu bekommen, wie Menschen in Benin mit dem Thema Müll umgehen, haben wir uns gemeinsam mit unseren beninischen Partnerschüler*innen vor Ort erstmal Input von mehreren beninischen Initiativen geholt [und dort] erfahren, welche Recyclingverfahren und Nachhaltigkeitsstrategien es in Benin gibt, und dass die Müllentsorgung in Porto Novo z.B. weitestgehend durch NROs passiert. Als Gesamtgruppe haben wir dann überlegt, was wir ganz konkret am CSP tun könnten, um die schulische Öffentlichkeit für das Thema Müll zu sensibilisieren und die Müllsituation zu verbessern.

[Zwei Ideen] aus der gemeinsamen Gruppenarbeit haben wir während der Begegnung umgesetzt: Zum einen haben wir auf dem Großen Markt in Porto Novo Mülltonnen für das Schulgelände und die Klassenzimmer angeschafft und die Tonnen entsprechend beschriftet. So wird der Müll am CSP seither getrennt nach Plastikflaschen, Bio- und Restmüll. Die Plastikflaschen werden von der Schule an Kleinunternehmerinnen verkauft, die sie mit Tee befüllt, wiederverkaufen und so recyceln. Der Biomüll wird kompostiert und als Dünger im Schulgarten verwendet. Um die Entsorgung des Restmülls sicherzustellen, hat sich die Schulleitung des CSP bereit erklärt, einen Abholungsvertrag mit der für den Stadtteil Adjégounlè zuständigen NRO abzuschließen. Begleitend dazu haben wir zum anderen zwei interaktive Präsentationen erarbeitet, um den Schüler*innen der Primar- und Sekundarstufe für das Thema Müllvermeidung zu sensibilisieren und das Mülltrennsystem zu erklären. Angepasst an die jeweilige Altersgruppe haben wir Standbilder und kleine Szenen rund um die Müllthematik entwickelt und einen "1, 2 oder 3"-Quiz zum Thema durchgeführt.

Durch die Projektarbeit am CSP sind wir deutschen Teilnehmenden uns der Missstände in Sachen Müll an unserer eigenen Schule erst richtig bewusst geworden. Viele Dinge sind uns erst im Laufe der Zeit aufgefallen - z.B. die Einweg-Plastikbecher am Kaffeeautomat, oder dass es jetzt zwar an unserer Partnerschule ein Mülltrennsystem gibt, an unserer eigenen Schule aber nicht!! Um die für Sommer 2017 geplante Rückbegegnung inhaltlich vorzubereiten, arbeiten wir mit dem Arbeitskreis Globales Lernen unserer Schülermitverantwortung zusammen, der sich auf unsere Initiative für dieses Schuljahr das Thema Müll auf die Fahnen geschrieben hat. So haben wir als Gruppe hier nochmal personelle Verstärkung, um das Begegnungsprojekt in Rücksprache mit unseren beninischen Partnern gut vorzubereiten. Am CSP wiederum gibt es seit diesem Schuljahr ein "Atelier déchets", also eine "Müll-AG", an der neben anderen Schüler*innen auch unsere Austauschpartner*innen teilnehmen. Die AG wird geleitet von der Müllbeauftragten der Stadt Porto Novo, Mme Ayhonsi, die wir im Rahmen einer Stadtführung zum Thema "Müll" kennengelernt haben.

Die Beteiligten

Die Partnerschaft zwischen dem Stromberg-Gymnasium in Vaihingen und dem CSP Adjégounlè in Porto Novo besteht seit 2002. Zunächst beschränkte sich der Austausch zwischen den beiden Schulen auf Briefe und E-Mails. 2009/10 gab es dann die ersten direkten Begegnungen.

Mit unserem gemeinsamen Projekt „Déchets - Un changement de perspectives/Müll – ein Perspektivwechsel“ haben wir nicht nur die Schüler- und Lehrerschaft des CSP erreicht. Durch ein Interview mit dem Lokalsender Radio Hosanna und einem Zeitungsartikel in der Tageszeitung Nord-Sud-Quotidien gelang es uns, unser Anliegen an ein breiteres Publikum in der Region Porto Novo/Cotonou zu tragen und auch, über die Geschichte und die Ziele unserer
Schulpartnerschaft zu informieren.

Foto: "Die Projektteilnehmer / Gruppenbild mit Mülltonnen"
     
 
 

3. Preis: Ein virtueller Austausch, Tübingen - El Rosal

Colegio Integrado Campestre COLOMBIA HOY in Colombia Hoy, Kolumbien & Carlo Schmidt Gymnasium Tübingen – Ein Projekt im Rahmen des CHAT der WELTEN in Baden-Württemberg


Das Projekt

Damit Globales Lernen nicht als Einbahnstraße funktioniert, bei der Erfahrungen und Eindrücke von Süden nach Norden transportiert werden, startete im Januar 2016 das transatlantische virtuelle Austauschprojekt zwischen dem Colegio Colombia Hoy (Nachbarstadt von Bogotá/ Kolumbien) und dem Carlo-Schmid-Gymnasium in Tübingen. Kern der virtuellen Partnerschaft ist es, sich in regelmäßigen Abschnitten mit Hilfe von digitalen Medien (Video-Botschaften und direkte Skype Chats) über verschiedene Themen auszutauschen, sich besser kennenzulernen mit dem Ziel gemeinsam an internationalen Themen zu arbeiten, Vorurteile abzubauen und für eine Welt Themen sensibilisiert zu werden. Parallel zu diesen virtuellen Begegnungen führen wir (sowohl in Tübingen als auch in Bogotá) Workshops zu den Schwerpunktthemen Alltagswelten, (Un)Fairer Handel und Rassismus durch. In den Workshops gehen wir von den Alltagswelten und Interessen der Jugendlichen aus. Dadurch stoßen die Schüler*innen auf Fragen zu ihrer eigenen Realität, über die sie sich vorher kaum Gedanken gemacht haben. Im Beantworten der Fragen und dem Teilen ihrer Ansichten entsteht ein gleichberechtigter Austausch auf Augenhöhe zwischen den Jugendlichen.
„Dass man beim Einkaufen mehr darauf achten könnte, wo die Sachen herkommen und ob man sie tatsächlich braucht.“, so beschreibt eine Teilnehmende aus Tübingen, was sie aus dem Projekt mitgenommen hat. Bei vielen Teilnehmenden gab es ein Aha-Erlebnis bei der Frage, woher die Ressourcen von alltäglichen Konsumprodukten kommen. Neben dem Beispiel Blumen beschäftigten wir uns auch mit Schokolade und Handy: Auf interaktive Weise erarbeiteten wir mit den Schüler*innen woher etwa die einzelnen Rohstoffe für ein Smartphone kommen. „Es war wichtig die Situationen zu analysieren, in denen wir leben, eine Realität zu analysieren, wissen, wie man mit einer Wahrheit umgeht und was wir tun können, um etwas zu verändern.“

Die Beteiligten

Die Schüler*innen (sowohl im Norden als auch im Süden) sind direkt in der Themenfindung beteiligt und können dadurch mitentscheiden, welche inhaltlichen Schwerpunkte im Verlauf des Austauschprozesses gesetzt werden, worüber gechattet wird und zu welchem Thema sie gerne einen tieferen Einblick hätten.
Bei den Tübinger Jugendlichen war das Interesse an dem Thema Fairer Handel groß, weswegen wir dieses zu einem der Schwerpunktthemen gesetzt hatten. Wir verbanden das Thema mit einem Besuch im Weltladen Tübingen. Die Jugendlichen hatten zum einen die Möglichkeit, einen Fair Trade Laden in Bogotá kennenzulernen, welcher mit Produkten von kleinbäuerlichen Kooperativen aus der Region arbeitet (via Skype). Über den direkten Chat konnten die Schüler*innen den Hauptamtlichen des Ladens ihre Fragen zum Thema Fairer Handel in Kolumbien direkt stellen. Zum anderen verbanden wir das Thema mit dem Besuch des Weltladens in Tübingen, um die hiesige Variante eines Fair Trade Ladens von innen kennenzulernen. Somit gelang es uns, verschiedene Akteure in unser Projekt miteinzubinden.
[Die kolumbianischen Schüler*innen hatten ein] großes Interesse an der Frage, welche Rolle Hitler und nationalsozialistische Gruppen heute spielen. Daher haben wir uns entschieden das Thema Rassismus und wie Vorurteile entstehen in den Mittelpunkt des Austauschprozesses zu rücken. Diesen Workshop führten wir zeitgleich in Kolumbien und Deutschland durch, wobei es gerade in Kolumbien sehr spannend war, mit den Schüler*innen dort zu diskutieren, welche Rolle der Kolonialismus bis heute spielt und wie dieses Gedankengut mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in Deutschland zusammenhängt. Durch diesen Workshop konnten wir sehr viele offene Fragestellungen der Jugendlichen gemeinsam diskutieren.
[Weiterhin ist] die Schule in Kolumbien sehr interessiert daran, die Projekte, die ohnehin an der Schule stattfinden, in den CHAT DER WELTEN zu integrieren, wie etwa ein Projekt, bei dem die Schüler*innen ihre (Groß-)Eltern zu ihrer Migrationsgeschichte vom Land in die Stadt befragen.
Die Beteiligten

Parallel zum Carlo Schmid-Gymnasium arbeiten seit diesem Schuljahr auch noch drei weitere Schulen im Raum Tübingen mit drei Schulen in Kolumbien. Ein Austausch zwischen den Schüler*innen der einzelnen Klasse ist zum Schuljahresende vorgesehen.


Foto: "Live-CHAT der deutschen Schülerinnen und Schüler mit dem Weltladen in Bogotá"
 
     
 
 

4. Platz: Baum-Wasser-Leben, ein Süd-Nord-Projekt

Msitu wa Tembo Secondary School in Langasani, Kilimanjaro, Tansania &
Gymnasium Helene-Lange-Schule Hannover


Das Projekt

„BaumWasserLeben“ entwickelte sich aus dem vorherigen Projekt „Wasser ist Leben“, zu welchem wir 2015 in Hannover mit unseren tansanischen Partner*innen gearbeitet haben. Das Thema Wasser hat besondere Relevanz für unsere Partnerschaft, weil unsere Partnerschule täglich mit Trockenheit und Wassermangel konfrontiert ist und das nur unregelmäßig zur Verfügung stehende Leitungswasser stark fluoridhaltig ist, was schwere Erkrankungen auslösen kann. Wasserknappheit und Wasserqualität sind aber auch globale Probleme, die uns ebenso in Deutschland betreffen. Das gewonnene Wissen über die knappe Ressource Wasser führte zu dem Wunsch der Schüler*innen beider Schulen, sich auch weiterhin aktiv mit diesem Thema zu beschäftigen und im Rahmen unserer Möglichkeiten etwas zu unternehmen. Aus dem Wasserprojekt entwickelte sich unser neues Projekt „BaumWasserLeben“, welches wir im Oktober 2016 in Langasani umgesetzt haben.
Wir planten, gemeinsam Moringabäume als nachwachsende Ressource auf dem wüstenähnlichen Boden des weitläufigen Schulgeländes zu pflanzen und somit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Ziel der Pflanzung war es, den Wasserhaushalt und die Qualität der Böden soweit zu verbessern, dass dringend benötigte Lebensmittel wieder angebaut werden können. Bei unserem Besuch in Tansania im September begann unser gemeinsames Projekt mit einem Seminar über den MoringaBaum. Herr Dr. Kabugi aus Moshi informierte uns über die Pflanzung der Moringabäume, ihren Einfluss auf den Boden sowie über deren Funktion als Nahrungsergänzungsmittel. Dabei verdeutlichte er uns sehr anschaulich das Problem der Mangelernährung in Tansania und dass dieses gravierende Problem an unserer Partnerschule mit den Bestandteilen des Moringabaumes in den Griff zu bekommen sei. In einem intensiven Gespräch darüber ergab sich, dass unsere Partnerschüler*innen ein besonderes Interesse an der Problematik der Ernährung zeigten, da ihnen bewusst wurde, dass ihre einseitige Ernährung mit Ugali nicht ausreichend vitaminhaltig ist. Es löste eine intensive Diskussion über Ernährung im Allgemeinen und die eigene Ernährung aus, die aus unterschiedlichen Gründen in beiden Ländern häufig nicht ausgewogen ist.
Mit großer Motivation wurden in Folge 1000 Moringabäume gepflanzt. Aus den Samen wachsen [nun] in Hannover und in Langasani kleine „Bäume“. Ein Austausch über dieses Wachstum findet virtuell im Internet und demnächst auf einem dafür eingerichteten MoringaBlog auf einer gemeinsam eingerichteten Homepage statt.

Die Planung und Umsetzung der Projekte erfolgt bei unseren gegenseitigen Besuchen [und] über das Internet während unserer AGZeiten. So fand beispielsweise die Planung für das MoringaProjekt sowohl vorbereitend per Computer (Skypen, Mailen), aber auch vor Ort bei dem Besuch unserer Partnerschule durch gemeinsamen Projektunterricht und die Teilnahme an einem Seminar bei einem MoringaExperten statt. Nach gemeinsamer praktischer Arbeit (Pflanzaktion) werden die neuen Aufgaben und Fragestellungen bis zur nächsten Begegnung arbeitsteilig von beiden Gruppen bearbeitet werden.
Damit sich nachhaltig etwas an der Ernährungssituation [ändern kann], entstand die Planung für das neue Projekt als Fortsetzung des Pflanzungsprojekts. Es richtet sich nach dem Globalgoal „No hunger“. Um dieses Problem anzupacken, geht es zunächst um die Entwicklung einer praktikablen Methode zur „richtigen“ Verwertung und Verwendung der Blätter (Trocknung, Lagerung, Verwendung als Zusatzstoff im Essen). Dazu wollen wir uns gemeinsam in Hannover zum einen wissenschaftlich beschäftigen (biologisch/ chemisch am Institut für Ernährungswissenschaften) und zum anderen praktisch eine Broschüre erstellen (Informationen über den Baum, die Nutzung seiner Bestandteile, alles in den drei Sprachen „Kisuaheli, Deutsch und Englisch“). Die Idee zur Broschüre kommt von unseren Partner*innen, sie möchten mit der Broschüre Schüler*innen in den Nachbarschulen über eine „gesunde“ Ernährung informieren.

Die Beteiligten

Die Partnerschaft der Helene Lange Schule Hannover mit der Msitu wa Tembo Secondary School in Langasani besteht seit 2009. Im Laufe der Jahre hat sich eine intensive und lebendige Partnerschaft mit einem regelmäßigen Austausch und einer langfristigen Perspektive entwickelt. Die Ziele unserer Partnerschaft sind vielfältig: Wir möchten voneinander und miteinander lernen bei unseren gemeinsamen Projekten und gegenseitigen Besuchen. Wir möchten unsere Partnerschaft („auf Augenhöhe“) und den kulturellen Austausch weiter ausbauen, indem wir immer wieder neue Projekte gemeinsam planen und in beiden Ländern durchführen. Wir möchten die Bildungschancen und die Gesundheitsversorgung der Schüler*innen unserer Partnerschule erhöhen und die tansanischen Lehrer*innen bei ihrer Arbeit unterstützen.

Für beide Gruppen ist es ein wichtiges Ziel, die Partnerschaft durch die Einbindung größerer Schülergruppen noch stärker in der Schulgemeinschaft zu verankern. Die Schulöffentlichkeit wird bei beiden Partnerschulen regelmäßig informiert, aber auch in Aktivitäten konkret miteinbezogen: Auf Gesamtkonferenzen der HLS wird regelmäßig den Vertretern aus Schulleitung, Schülerschaft, Elternschaft und Lehrerschaft über das Partnerschaftsprojekt berichtet und Feedback eingeholt. Poster an beiden Schulen informieren über die gemeinsame Arbeit und Diskussionsrunden regen zum Austausch über globale Themen an. Auch in Tansania wird die Schulöffentlichkeit regelmäßig informiert, befragt und zur Mitarbeit ermutigt. Bei unseren Besuchen nehmen wir an Diskussionsrunden mit der Lehrerschaft über unsere Partnerschaft und unsere Projekte teil und treffen uns mit dem Schulvorstand.

Foto: "Gemeinsam geht alles besser! Der Boden wird für das Pflanzen vorbereitet."
     
 
 

5. Platz: out of the box '16

Mekaela Academies, Kenia & Jugendprojekt MYSA in Mathare, Nairobi, Kenia & Partner über Grenzen e.V. Bremen

Das Projekt

Der Verein ‚Partner über Grenzen‘ führt verschiedene Aktivitäten durch, u.a. im Frühjahr 2016 eine dreiwöchige internationale Jugendbegegnung in Bremen, zu der 15 Jugendliche und zwei Betreuer*innen aus Kenia und 24 Jugendliche mit zwei Betreuer*innen aus Deutschland kamen. Wir haben sechs Schüler*innen und eine Lehrerin der Mekaela Academies eingeladen. Die anderen sieben Jugendlichen und ein Medienpädagoge kamen von MYSA, ein Jugendprojekt in Mathare, Nairobi, das über Fußball den Zugang zu den Jugendlichen in den Slums [aufbaut]. Mit dem Shootback-Programm (Foto- und Filmprojekte) von MYSA [gibt es] seit 2012 die Idee gemeinsame Medienprojekte durchzuführen. Dieses Frühjahr fand das erste gemeinsame Projekt statt.

Der Austausch "out of the box’16"wurde vor allem durch die Planung von Jugendlichen realisiert. Wobei ein paar Erwachsene uns unterstützt haben. Durch die bereits vorhandene Austauscherfahrung war es den älteren Jugendlichen möglich ihr Wissen an die Jüngeren weiterzugeben. So konnte das meiste von uns alleine geplant werden. Konkret gab es wöchentliche Planungstreffen zur Programmplanung, Formulierung der Ziele für den Austausch, sowie schreiben der Finanzierungsanträge. Das Thema der Jugendbegegnung hatten die Teamer in Kenia und Deutschland festgelegt. Es hieß Flucht und Migration. Auf den Vorbereitungsseminaren wurde dieses Thema sowohl von uns deutschen, als auch von den kenianischen Jugendlichen vorbereitet. Die Kenianer haben einen Fragenkatalog entworfen, den sie selbst und wir in Deutschland vor der Kamera beantwortet haben. Wir deutschen Jugendlichen hatten bis dahin beim Thema Flucht und Migration nur die Flüchtlinge im Kopf, die nach Europa kommen. Aus der Präsentation der Kenianer erfuhren wir nun, dass Kenia ebenfalls sehr viele Flüchtlinge aufnimmt. Viele von uns wussten z.B. nicht, dass das weltweit größte Flüchtlingslager Dadaab heißt, über 300.000 Bewohner hat und in Kenia liegt. Das war ein guter Start in unsere Arbeit und ließ uns eine neue Perspektive auf unser Thema bekommen. Während des Austauschs arbeiteten alle gemeinsam an dem Thema. Unsere Arbeit am Thema fand in Kleingruppen statt, die verschiedene Schwerpunkte im Oberthema Flucht und Migration abdeckten. Ein konkretes Beispiel ist die Gruppe, die sich mit Klimaflüchtlingen befasst hat. Hier wurde besonders deutlich, wie sich unser eigenes Handeln und unser persönlicher Beitrag zum Klimawandel auf unsere Umwelt auswirkt.

Auch außerhalb der Arbeit am Thema konnten wir viel über das Leben des anderen erfahren und so eine neue Perspektive auf unser eigenes Leben bekommen. In den vielen Diskussionen haben wir gelernt unsere Welt durch andere Augen zu sehen. Wir haben so eine neue Perspektive auf unser Handeln und Leben in Deutschland bekommen, aber auch die kenianischen Jugendlichen haben neue Blickwinkel kennengelernt. Eine wichtige Erkenntnis war auch, dass es nicht nur eine Lösung gibt. So haben wir gelernt anderen Ansichten diversitätsbewusst gegenüber zu stehen und diese zu tolerieren.

Zum Ende des Austauschs gab es eine große Abschlusspräsentation zu der auch in der lokalen Zeitung (Weser Kurier) eingeladen wurde. [Weiterhin wurde] ein großes Sportturnier veranstaltet, an dem auch die Jugendlichen, die nicht im Austauschprojekt mitmachten, die Möglichkeit hatten Teil zu nehmen. So gelang es auch Jugendliche aus unserer Umgebung mit einzubinden und auf unser Austauschprojekt Aufmerksam zu machen. Auch Jugendliche, die überlegen, ob sie bei einem Folgeprojekt oder Folgeaustausch teilnehmen möchten, werden so schon mit Erfahrungsberichten und durch Sensibilisierung vorbereitet. Die Erfahrung zeigt, dass Jugendliche solche Themen sehr gut von anderen Jugendlichen aufnehmen. Ihr erworbenes Diversitätsbewusstsein hilft dabei, die erlebten Erfahrungen, die besprochen, reflektiert und nachbereitet wurden, an Personen weiterzugeben und Vorurteile im Hinblick auf ein Afrikabild und Menschen aus dem globalen Süden abzubauen.

Die Beteiligten

[Die Partnerschaft zwischen] unserer Schule (Gesamtschule Bremen Mitte GSM) und den Mekaela Academies besteht seit 2012. Zu den Mekaela Academies gehören vier Primary Schools und eine High School. Sie liegen südlich von Mombasa. Mit ihnen führten wir 2013 und 2014 einen Jugendaustausch über unsere Schule durch. Viele von uns deutschen Teilnehmenden wollten sich weiterhin engagieren, so entstand der Verein ‚Partner über Grenzen‘. Der Verein führt verschiedene Aktivitäten durch, die den Austausch und die Kommunikation zwischen jungen Menschen aus afrikanischen Ländern und Deutschland fördern.
Wir Jugendlichen sind vollwertige Vereinsmitglieder, alle haben das gleiche Stimmrecht! Der Verein entstand aus der Initiative von Schüler*innen, Lehrern, Eltern und Freunden des Schulprojektes der GSM. Im Verein sammeln sich Leute mit Erfahrungen, es gibt eine wunderbare Aufgabenteilung durch die verschiedenen Interessengruppen, so spezialisieren sich einige mehr auf die Öffentlichkeitsarbeit und Medien, andere hingegen beschäftigen sich mit Finanzierung und Programmplanung für einen geplanten Austausch. Dabei haben wir Jugendlichen, die an den Austauschprogrammen teilnehmen, alle Aktionen des Vereins mit zu gestalten und darunter fällt natürlich auch die Organisation des Jugendaustausches welche vom Verein unterstützt wird.

Um wichtige Entscheidungen mit unseren kenianischen Freunden für die Zukunft zu treffen, schreiben wir vor allem E-Mails, aber auch Skype ist ein oft gewähltes Mittel für unsere Projektplanung. Auch über soziale Netzwerke findet der Informationsaustausch statt. Während Austauschs hatten wir auch einen Vormittag für die Themenfindung für unsere Rückbegegnung. Nach langen Diskussionen haben wir uns auf das Thema Menschenrechte geeinigt.


Foto: "out of the box '16 • Arbeit am Thema Flucht und Migration"

     
 
 

6. Platz: Kolumbien AG

Colegio Fervan in Bogotá, Kolumbien & Kolumbia AG der Mittelpunktschule Trebur

Das Projekt

Im Jahr 2016 beschäftigten sich die Schüler/innen mit dem Thema „Spuren, aber kein Plastik hinterlassen". Wir haben uns mit der Fragestellung zum Themenbereich „Globale Umweltveränderungen" befasst. Dabei sollten beide Schülergruppen eine verstärkte Verantwortung für unseren Planeten und Lebensraum entwickeln. Wir wollten im globalen Kontext verstehen, was es heißt, sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig mit Rohstoffen zu wirtschaften. Darüber hinaus wurde dabei der Grundstein für ein erstes Verstehen für eine andere Kultur gelegt. Das Thema war ein ausdrücklicher Wunsch der Partnerschule, da sie der Meinung waren, dass Deutschland in diesem Thema weiter voran geschritten ist als Kolumbien. Der Austausch versuchte best-practice Beispiele aus beiden Ländern zu vermitteln. Die kolumbianische Schule hat beispielsweise ein ausgeklügeltes Mülltrennungssystem an der Schule, wovon unsere Schule in Deutschland noch weit entfernt ist. Andersherum fanden die Kolumbianer unser Pfandsystem (auch für Plastikflaschen und Dosen) nachahmungswert. Dabei konnten wir feststellen, dass Jugendliche aus der ganzen Welt ähnliche Interessen haben. Auch vermeintliche „Vorreiter" in gewissen Themen haben Schwachstellen und können ihr System verbessern. Andersherum haben Länder, von denen man es nicht erwartet, gut umgesetzte Ideen und kreative Vorschläge, wie man upcycling betreiben kann. Wir Deutschen waren begeistert von den kunsthandwerklichen Fähigkeiten der Kolumbianer, die aus Abfall neue Produkte (Hängematte, Portemonnaies, Ohrringe etc.) herstellen und diese dann auch verkaufen.

Durch die offene und flexible inhaltliche Gestaltung konnten sich beide Schülergruppen einbringen. Der vorher aufgestellte Plan wurde immer wieder aktualisiert und verändert, um auf die Bedürfnisse einzugehen. Die Teilnehmer/innen aus der letzten Begegnung fungierten als Experten. Dieses Jahr hat vor allem die kolumbianische Gruppe die Entscheidungen getroffen. Sie haben das Thema  vorgegeben – auch weil sie schon zu diesem Thema gearbeitet haben und die ganze Schule Projekte im Umfeld gestaltet und durchgeführt hat, z. B. die Bauern in der unmittelbaren Umgebung über Müllvermeidung zu informieren und ihnen Alternativen zur Müllverbrennung zu zeigen. Die deutsche Gruppe war im Vorfeld eher passiv und hat sich dann aktiv in die Gestaltung mit eingeschalten, als die Kolumbianer hier waren. Durch Kommunikation zwischen den Gruppen, wurde das Programm verändert oder angepasst oder aber auch Inhalte länger bzw. kürzer behandelt. Die „Ausstellung" beim Schulfest haben wir als Gruppe zusammen gestaltet und organisiert. Des Weiteren kommen alle aus unterschiedlichen Klassen und haben so in ihren Klassen von ihren Erfahrungen und Erkenntnissen berichtet.

Die Erkenntnis des Austauschs war auf beiden Seiten, dass uns das Plastikproblem weltweit etwas angeht und wir es nur zusammen schaffen können, es in den Griff zu bekommen. Der Besuch einer Mülltrennungsanlage war für beide Gruppen ein „Aha-Erlebnis" und schockierend zu gleich, zu sehen wie viel Müll täglich anfällt. Vor allem die abschließende, gemeinsame Aufgabe: ein Frühstück ohne Plastik zu organisieren, hat gezeigt wie schwer es in der heutigen Zeit ist, auf Plastik zu verzichten und wie selbstverständlich es in unserem Leben ist. Dennoch kann man bei Kleinigkeiten im Alltag auf Plastik verzichten, ohne dass es einem „wehtut".

Die Beteiligten

Seit 2014 ist das Colegio Fervan in Bogotá, Kolumbien unserer Partner. Von Anfang an wollten wir einen Austausch zwischen den Schulen anregen. Bisher haben wir uns je einmal besucht. Schon 2015 fand die erste Begegnung der Schülergruppen in Kolumbien statt. Damals haben wir das Thema "Palmöl nachhaltig fair-stehen" mit beiden Gruppen behandelt. Dieses Thema wurde auf Wunsch der deutschen Gruppe behandelt. Zusammen haben wir nach Alternativen gesucht und die Problematik näher beleuchtet. Da die beiden Gruppen gut zusammengearbeitet haben, Freundschaften entstanden sind und beide Schulen an einer langfristigen und partnerschaftlichen Zusammenarbeit interessiert sind, strebten wir eine zweite Begegnung an. Diese konnte im Sommer 2016 stattfinden.

Foto: "Einkauf für das Plastik-freie Frühstück auf dem Markt"

     
 
 

7. Platz: Ernährung und Bildung: Ein Schulgarten für die Grundschule Latir Diouf in Windouthiolaye, Senegal

Grundschule Latir Diouf Windouthiolaye & Senegal-Projekt Strausberg am Oberstufenzentrum Märkisch-Oderland Strausberg, Senegal-Projekt Strausberg e.V., Axatin Sénegal, Association des Ami(e)s de l'OSZ MOL

Das Projekt

Während einer Interkulturellen Begegnungs- und Bildungsreise errichteten wir den Schulgarten an der Grundschule Latir Diouf. Dieser funktioniert nach bewährten Anbaumethoden, hat aber auch Neuerungen zu bieten, wie zum Beispiel eine Tröpfchenbewässerungs-Anlage und Mikrogärten. Der Garten ist Bio. Dem Boden helfen Komposterde und Biokoks, beides kann die Grundschule selbst herstellen.

Die Arbeitsgruppe und den Austausch mit Senegal gibt es seit vielen Jahren, traditionell mit Umweltbezug. In Windouthiolaye hatten die Bürger überlegt, wie sie ihr Dorf lebenswerter gestalten können. Um die qualitative Mangelernährung der Kinder zu senken, sollte ein Schulgarten entstehen. Die Projektträger vereinbarten mit Vertretern der Grundschule eine Kooperation und wir begannen mit der Vorbereitung unserer interkulturellen Begegnung. Wir Schüler brachten uns in die Projekt- und Programmentwicklung ein, recherchierten und bereiteten uns in Seminaren auf die Reise und Projektarbeit vor. Wir haben auch eine Spendenkampagene gestaltet und Fördergelder beantragt.
Bei der Projektumsetzung waren wir Teil eines Teams, in dem jeder einmal alles ausprobieren durfte. Jeder von uns hatte zudem eine spezielle Funktion innerhalb der Gruppe, z.B. Erste-Hilfe Verantwortlicher oder Fotograf. Bei der Arbeit am Garten waren immer viele Kinder dabei. Sie halfen, obwohl einige von ihnen noch nicht einmal die Schule besuchen.
Die Einweihungsfeier war für uns deutsche Beteiligte vorerst der Projektabschluss. An der Feier wirkten fast alle Bürger Windouthiolaye’s mit. Das Programm diente auch noch einmal dem Austausch kultureller Traditionen. Bei den Schulkindern in Windouthiolaye steht jetzt Gemüse auf dem Speiseplan und sie lernen praktisch im Garten. Aber auch wir Schüler von OSZ in Strausberg haben unglaublich viel gelernt!

Nach der Begegnung haben wir unsere Eindrücke diskutiert; in der Gruppe, als auch mit unserem persönlichen Umfeld. Unser Erlebtes und unsere Erkenntnisse haben wir durch Vorträge, Referate in der Schule sowie Berichte weitergegeben. Wir ermutigten (erfolgreich) andere Schüler bei uns mitzumachen. Wir OSZ-Schüler kommunizieren nun auch direkt mit unseren senegalesischen Freunden und Partnern, z.B. für diesen Wettbewerbsbeitrag. Das OSZ unterstützt uns, macht uns aber keine inhaltlichen Vorgaben. Es gibt eine Arbeitsgruppe an der Schule, bestehend aus Schülern, Lehrern und Vertretern des Trägervereins. In dieser Arbeitsgruppe werden Entscheidungen getroffen. Hier haben wir Schüler auch unsere persönlichen Interessen und Fähigkeiten für das Programm und Projekt eingebracht.

In Senegal haben wir Partner alles zusammen unternommen, Experten und Kooperativen besucht, diskutiert und gelernt. Die Schulkinder aus Windouthiolaye waren wenn möglich dabei, auch wenn sie noch nicht wirklich mitdiskutieren. Die Tröpfchenbewässerung ist hier eines von vielen Beispielen der Zusammenarbeit: In Deutschland haben wir die technischen Grundlagen recherchiert, im Botanischen Garten in Dakar sowie in mehreren kooperativen Gartenprojekten lernten wir dann, wie eine Anlage in Senegal gebaut und betrieben wird. Hier wurden uns viele Fragen beantwortet, z.B. Welches Material benutzt wird? Welche Probleme gibt es und wie kann man sie lösen? Jetzt hat die Grundschule eine einfache aber funktionierende Tröpfchenbewässerungs-Anlage!
Wir haben im Vorfeld auch ermittelt, was wir in der Region anbauen könnten. Die finale Entscheidung trafen die Frauen des Dorfes, denn sie wissen, was wann wächst und welche Gemüse für die regionale Küche benötigt werden. Auch die Kinder haben sich entschieden: für Orangen, Mandarinen und Grapefruits.

Die Beteiligten

WIR, das sind Schüler/Innen und Lehrer vom OSZ Märkisch-Oderland in Strausberg, die Vereine Senegal-Projekt Strausberg e.V., Axatin Senegal sowie AAO (Association des Ami(e)s de l'OSZ MOL) als Projektträger; die SchülerInnen, Lehrer und Eltern aus Windouthiolaye und unsere Referenten.

Unser Projekt hat echt gut funktioniert und das liegt an den Menschen! Das Besondere an unserem Projekt sind die vielen, unterschiedlichen Beteiligten! Grundschüler, Oberstufenschüler, Studenten, Lehrer, Rentner und verschiedenen Arbeitstätige; Muslime, Christen und Atheisten; Mädchen, Frauen, Jungs und Männer aller Bildungsschichten haben bei unserem Projekt zusammengearbeitet. Alle verfolgten ein gemeinsames Ziel und das hat funktioniert! In der Begegnungsvorbereitung tauschten wir unsere Ideen und Interessen aus. In Deutschland haben wir viel recherchiert, denn wir verfügen über einen sehr guten Zugang zu Wissen aus Büchern, wissenschaftlichen Publikationen und allgemein Internet. Da bekanntermaßen probieren über studieren geht, suchten unsere senegalesischen Partner ähnliche Projekte und identifizierten Personen und Kooperativen die uns praktische Hilfe zur Projektumsetzung geben konnten. Gemeinsam entwickelten wir so schrittweise das Begegnungsprogramm und das Projekt.


Bildunterschrift: "Ein Mandarinenbaum wird gepflanzt! Nachmittags waren die Kinder aus Windouthiolaye schon ganz schön geschafft. Sie haben auch wirklich hart gearbeitet. Im Hintergrund links wird der zweite Mikrogarten gebaut, ganz rechts hinten wird noch gemauert: einer der Wassertürme für die Tröpfchenbewässerung entsteht."

     
 
 

8. Platz: Youth on the World - Jugendliche bewegen die Welt (YOW)

Youth on the world - junge Menschen bewegen die Welt (kurz: YOW) ist ein binationales Jugendprojekt zwischen jungen Menschen aus Bafoussam, Kamerun und Bremen

Das Projekt

Wir erachten Beteiligung und Gemeinschaft als nötige Form der (Entwicklungs-) Zusammenarbeit. Um das erfolgreich nach außen zu vertreten, fangen wir bei uns selbst an und üben uns in Partizipation in unserem Alltag. Gleichberechtigtes Geben und Nehmen ist damit unserem Ansatz immanent und wird von uns bei jeder Aktivität reflektiert. Unsere Aktivitäten in 2016, u.a.: voxpops zur wöchentlichen Radiosendung der Kameruner*innen, strukturierter Dialog mit Politiker*innen in Bremen zum Thema Jugendbeteiligung, Begegnungsreise in Kamerun mit Auswertungsworkshop danach (2 Tage), Interviews mit Bürger*innen zum Thema Werte sowie die Veröffentlichung der Ergebnisse in unserem yow-eigenen Blog.

Wir erachten Beteiligung und Gemeinschaft als nötige Form der (Entwicklungs-)Zusammenarbeit. Um das erfolgreich nach außen zu vertreten, fangen wir bei uns selbst an und üben uns in Partizipation in unserem Alltag. Gleichberechtigtes Geben und Nehmen ist damit unserem Ansatz immanent und wird von uns bei jeder Aktivität reflektiert.
Konkret heißt das: Beiträge zur wöchentlichen Radiosendung der Kameruner*innen durch eigene Interviews (Voxpops); so bringen wir unsere Sicht ein und unterstützen, Vorurteile abzubauen, auch bei den Zuhörer*innen der Sendung Kommunikation per E-Mail und auf Augenhöhe: Alle E-Mails gehen an alle, Treffen und Veranstaltungen werden auf Englisch protokolliert und allen zur Verfügung gestellt, Probleme auch innerhalb der nationalen Gruppen werden mit allen geteilt und so Erfahrungsaustausch ermöglicht. Jedes Treffen beginnt und endet mit einer Runde, in der jede*r Raum für seinen eigenen Ausdruck, Gefühle und Gedanken hat und in der wir reflektieren, wo und wie wir bei dem Treffen partizipativ, d.h. gleichberechtigt und gleichwertig zusammengearbeitet haben. Zudem hilft es, sich auch auf der Gefühlsebene zu begegnen und zu verstehen.
Ebenso haben wir den Dialog mit den Politiker*innen vorbereitet und durchgeführt: Die Kameruner*innen haben vorab ihre Fragen und Anliegen zum Thema Jugendbeteiligung per E-Mail gesendet, wir haben unter uns gemeinsam entschieden, wer von uns Jugendlichen die Veranstaltung moderiert und die Fragen an die Politiker*innen zusammengestellt. Das Programm der Begegnungen wurde vorab per E-Mail gemeinsam abgestimmt, die Kameruner*innen haben vor Ort Unterkunft, Verpflegung und Transport organisiert. Derzeit arbeiten wir an einem Blog, um unsere partnerschaftliche Projektgestaltung und –Umsetzung auszubauen; jedes Projektmitglied soll Zugriff auf den Blog erhalten, wir wollen dort die inhaltliche Arbeit an unseren Themen einer breiten Öffentlichkeit präsentieren und unsere Texte, Bilder und Fotos miteinander teilen. Außerdem wäre es toll, wenn die Kameruner*innen ebenfalls Interviews zum Thema Werte machen, um Stimmen möglichst vieler verschiedener Personen zu sammeln und darüber zu mehr Verständigung zwischen den Völkern beizutragen. Auch wollen wir den Kameruner*innen bei ihren Aktivitäten aktiv Mut zusprechen und sie so aus der Ferne unterstützen.

Die Beteiligten
 

Das Projekt existiert seit 2006 und ist aus dem Wunsch der Jugendlichen in Kamerun heraus entstanden, sich selbst eine Stimme zu geben, sich Gehör zu verschaffen und mitzuwirken, lokal und international, und aus der Erfahrung heraus, dass Partizipation – insbesondere von Jugendlichen – oft nicht ernstlich gewollt und nicht in aller Konsequenz umgesetzt und gelebt wird. Wir, die aktuelle Projektgruppe, treffen uns regelmäßig in unseren nationalen Gruppen und sind ansonsten per E-Mail in Kontakt. Die Kameruner*innen senden neben ihren Arbeitstreffen 1x wöchentlich 30 Minuten im Lokalradio. Unsere Themen: Jugendbeteiligung in Kamerun und Deutschland in gesellschaftlichen/politischen Prozessen, Werte, Demokratie und Diversität.
Wir kommunizieren hauptsächlich übers Internet, und da über E-Mail. Das hat sich bewährt, weil die Kameruner*innen Computer- und Internetzugang in der Schule haben; dadurch ist die Kommunikation nicht abhängig vom finanziellen Status der einzelnen Familien. Gemeinsame Entscheidungen werden vorab per E-Mail an alle vorbereitet und abgestimmt, alle E-Mails gehen an alle. Wir senden Berichte und unsere Zukunftsplanung an alle; jede*r kann Ideen mit einbringen und Feedback geben zu den Aktivitäten der anderen Gruppe.
Wie wir unser Umfeld miteinbeziehen: Der Dialog mit den Politiker*innen war öffentlich; dadurch haben wir unsere Projektinhalte nach außen getragen und sind in den Austausch gekommen mit Politiker*innen und Bürger*innen zum Thema Jugendbeteiligung. Der Workshop zum Thema Werte wurde öffentlich von uns beworben. Die Interviews haben wir zT mit Mitschüler*innen durchgeführt, aber auch mit Erwachsenen aus unserem Umfeld und Passant*innen auf der Straße und sind so in den Dialog gekommen mit der Öffentlichkeit über das Thema Werte. In einem Newsletter berichten wir in regelmäßigen Abständen von unseren Aktivitäten, inkl. Workshopinhalt und der Begegnungsreise; der Verteiler umfasst Freunde, Familie, Lehrer*innen, Freunde und Förderer des Projekts. Eine Stellwand an unserer Schule informiert über das Projekt und unsere Aktivitäten. Der Blog soll dazu beitragen, unsere Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und weiter in den Austausch zu kommen. Die Kameruner*innen erreichen eine breite Zuhörerschaft durch ihre Sendung im Lokalradio.


Foto: "YOW: gemeinsam kochen"

     
 
 

9. Platz: Partnerschaft Brasilien-AG mit Gonzalinhoprojekt

Straßenkinderprojekt „Gonzalinho“ in Cáceres, Brasilien & Brasilien AG des Dietrich Bonhoeffer Gymnasiums Metzingen

 

Das Projekt

Alle anderthalb Jahre organisieren wir einen Austausch mit unseren brasilianischen Partnern: Im Winter erhalten wir Gastbesuch aus Brasilien, in den Sommerferien arbeiten wir selbst im Projekt in Cáceres mit. Wir sind ein Team, auch wenn ein Ozean zwischen uns liegt.
Auf unseren Jugendaustausch mit Work-Camp bereiten wir uns immer drei Jahre lang vor: wir lernen Brasilianisch und informieren uns über die Geschichte, Politik, Religion und Landeskunde von Brasilien und setzen uns kritisch damit auseinander, wie eine Nord-Süd-Partnerschaft auf Augenhöhe funktionieren kann. Die 16- bis 20- jährigen Team-Mitglieder aus dem Projekt nehmen am Jugendaustausch teil und umgekehrt verbringen wir unsere Sommerferien dort.
Die alljährlichen vierwöchigen Partnerbegegnungen sind mit ihren interkulturellen Herausforderungen der praktische Teil dessen, ein gleichberechtigtes Nehmen und Geben zu leben. Unsere Wochenend-Seminare sind dazu der theoretische Teil. Wir reflektieren jedes Jahr ein Wochenende lang die Struktur unserer Partnerschaft und machen uns Gedanken über postkoloniale Handlungsweisen und Verhältnisse, über weltwirtschaftliche Zusammenhänge, über Rassismus etc.
Die brasilianischen und deutschen Jugendlichen stehen in engem Kontakt miteinander (über Facebook und WhatsApp), dabei hilft sehr die Vermittlung der zwei Jugendlichen unserer Schule, die immer nach dem Abi für ein Jahr als Teammitarbeiter im Projekt sind. Das Begegnungsprogramm erarbeiten wir gemeinsam, die Schüler machen Vorschläge und äußern Wünsche. Die zwei Jugendlichen, die als Freiwillige ins Projekt zum Arbeiten gehen (seit 2008 jedes Jahr), sind gleichberechtigt mit den brasilianischen Teammitgliedern. Es gibt keinen Chef. Auch die Auswahl der Austauschteilnehmer/innen ist Sache der Jugendlichen. Sie erstellen die Liste der Kandidat/innen, die zwei Kriterien sind: soziales Engagement und ökonomische Lage der Familie (wer sich die Reise nach Deutschland selber leisten könnte, hat kein Anrecht auf einen geförderten Platz beim Austausch). Sie besuchen die Familien aller Kandidat/innen und begleiten sie in die Organisationen/Gruppen, in denen sie ihr soziales Engagement verorten, um es richtig einschätzen zu können. Das deutsch-brasilianische Team ist auch dafür verantwortlich dafür, uns – also der deutschen Besuchsgruppe – ein intensives und lehrreiches Austauschprogramm zu gestalten und sich ein gutes Arbeitsvorhaben für unser Workcamp im Projekt auszudenken.
Unsere Schulgemeinschaft ist folgendermaßen eingebunden: Jede der 5 jährlich neuen fünften Klassen erhält, zusammen mit ihren Lehrern – eine Filmvorführung unseres selbstgedrehten Dokumentarfilms, anschließend können sie Fragen stellen. Wenn unsere brasilianischen Partner uns 4 Wochen lang in der Schule besuchen, machen sie in jeder Klasse eine Unterrichtsstunde mit, zu einem Thema, das sich zum gemeinsamen Diskutieren eignet. Beim diesjährigen Besuch (Februar 2016) waren es z.B. Themen wie Befreiungstheologie, Ernährungssouveränität, Rassismus, aber auch afrikanische Einflüsse in der brasilianischen Musik, indigene Kultur, uvm.

Die Beteiligten

Wir, die Brasilien AG unserer Schule, engagieren uns seit 2002 für unsere Partnerschaft mit dem Straßenkinderprojekt „Gonzalinho“ in Cáceres, und zwar mit 660 Euro jeden Monat und mit freiwilligen Arbeitseinsätzen. Im Projekt werden 50 Kinder aus armen Familien eines Peripheriestadt- teils – deren Schule nur 4 Stunden Unterricht pro Tag bietet – tagsüber von einem fünfköpfigen Team junger Leute betreut. Das Projekt lebt von unseren gemeinsamen Fundraising- Erfolgen und ist durch unsere Partnerschaft weitergegangen, nachdem es aus einer Eltern- und Jugend-Initiative in Brasilien entstanden ist. Durch Vorträge, einen selbst gedrehten Dokumentarfilm, Foto-Ausstellungen, Sperrmüllflohmärkte, Catering-Aktionen und Feste sammeln sowohl die 18 deutschen Jugendlichen der AG Geld für das Projekt in Brasilien als auch die brasilianischen Team-Mitglieder. Direkt vor Ort engagieren sich brasilianische Jugendliche, oft ehemalige „Gonzalinho-Kinder“, als freiwillige Helfer im Projekt.
Dieses Jahr setzen wir die Gelder, die wir über den normalen Projektbetrieb hinaus haben, für Hochbeete und ein Fußball-/Basketball- Feld im Garten des Kinderprojektes ein. Das Ballspielfeld war ein Wunsch der älteren Kinder im Projekt, die schon viele Jahre dabei sind und jetzt aus den Kinderspielen herauswachsen. Sie brauchen mehr Platz um sich auszutoben und in Brasilien gibt es nicht – wie bei uns – Vereine, die auch Kindern aus ärmeren Familien Sportmöglichkeiten bieten.

Bildunterschrift: "Gonzalinho: Diesen Baum haben wir mit den Kindern gemeinsam gepflanzt, damit er im Projektgarten wächst und Früchte trägt."
     
 
 

10. Platz: Ein Zahnprophylaxe-Container für Inhambane, Mosambik

Escola de Saude de Inhambane, Inhambane, Mosambik und Gsechs - Berufliche Schule Holz.Farbe.Textil Hamburg

Das Projekt

Wir die Schülerinnen und Schüler der Berufsrichtung Holz und Farbe begannen Anfang 2015 mit der Realisierung eines Projektes im Lernbereich Globales lernen. Zusammen mit der Escola de Saude de Inhambane entstand die Idee einen Zahnprophylaxe-Container auf dem Schulgelände entstehen zu lassen, welcher Raum zum praktischen Lernen über Zahnmedizin für die Gesundheitsschüler/innen vor Ort bietet sowie ein Ort um Grundschulkindern aus der Region eine Zahnvorsorge und spielerische Aufklärung anzubieten. Denn nur wenige Kinder haben die Möglichkeit schon im Kindesalter etwas über Mundpflege zu erfahren. Doch dies ist sehr wichtig, da der Zuckerkonsum kontinuirlich steigt und viele Krankheiten mit schlechter Mundhygiene in Zusammenhang gebracht werden können.
Von Anfang an war klar, dass der Innen/Außen-Ausbau des Zahnprophylaxe-Containers sowie die Initiierung der Zahnprophylaxe für die Grundschulkinder von uns, den Auszubildenden verschiedener Gewerke geplant, realisiert sowie praktisch durchgesetzt werden wird. Unter fachlicher Aufsicht haben wir Ideen entwickelt und diese mit fachlicher Hilfe von Lehrern und Kooperationspartnern verwirklicht. Zusammen mit mosambikanischen Kollegen der Handwerker Berufsschule von Inhambane bauten wir den Zahnprophylaxe-Container aus und richteten diesen mit kleinen Möbeln, welche zuvor von Schülern an unserer hamburgischen Berufsschule von anderen Tischlerauszubildenden gebaut wurde ein. Auch wurden kindgerechte Waschbecken, Spiegel, Hängeschränke sowie ein Zahnarztstuhl in die Innneneinrichtung integriert. In Kooperation mit der Hamburger W4-Gesundheitsschule sowie mit deren Partnerschule in Mosambik wurde das ganze Projekt über mehrere Etappen verwirklicht. Ein 40-Fuß-Überseecontainer samt Werkzeugen, Baumaterial sowie medizinisches Material zur Zahnprophylaxe und Behandlung und einem Werkstattwagen ging im Frühjahr 2016 auf seine schwere Reise vom Hamburger Hafen nach Inhambane.
In Mosambik gab es zwei dreiwöchige Workcamps. In dieser Zeit haben wir es gemeinsam mit unseren Partnerschülern geschafft den Zahnprophylaxe-Container komplett zu verwandeln, d.h. alles ausgebaut, eingerichtet sowie gemeinsam die ersten Grundschulkinder aus der Region Inhambane zur Zahnvorsorge eingeladen. Unsere gemeinsame Arbeit mit unseren Partnern in Mosambik hat sich definitiv gelohnt, denn nun kommen regelmäßig verschiedene Grundschulklassen aus der Region in die Gesundheitsschule um von den medizinischen Auszubildenden der Gesundheitsschule behandelt und über Zahnprophylaxe gelehrt zu werden.

Zusammen haben wir viele schöne weiterführende Ideen entwickelt und sind auf die Bedürfnisse und den Nachhaltigkeitsgedanken eingegangen. Denn unsere Schulpartnerschaft soll ja langfristig weitergeführt werden. So gab es zum Beispiel die Idee einer Unterkunft/Seminarhaus auf dem Gesundheitsschulinternatsgeländes, welche Raum für Austausch, Veranstaltungen und die Behebung der weiteren Partnerschüler bietet. Zudem haben wir die Ideen für eine Solaranlage auf dem speziell gebauten Containerdach sowie einer Bewässerungsanlage konkretisiert. Auch ein kleiner Spielplatz für die Grundschulkinder, welche zur Zahnvorsorge kommen würde allen viel Freude machen. Wir hoffen, diese Ziele in den nächsten Projekten gemeinsam realisieren zu können.
Wir haben Hindernisse überwunden, durch Geduld, Vertrauen und die Fähigkeit Dinge die anders sind und/oder gemacht werden so hinzunehmen wie sie sind und dies zu akzeptieren. Die Voraussetzungen waren doch sehr unterschiedlich, besonders im Bildungsbereich. Doch durch unser gemeinsames Ziel, den Spaß an der Zusammenarbeit und die gegenseitige Akzeptanz sowie gegenseitige Bewunderung haben wir unser Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht.

Durch aktuelle Informationen und einer Wandzeitung an der Gsechs Berufsschule, der Schulwebseite und einer Facebook-Seite sollen alle Interessierte mit einbezogen werden und über die aktuellen Entwicklungen Bescheid wissen. Auch Projekttage an den Berufsschulen werden durchgeführt, an denen auch die Betriebe der Auszubildenden sowie Kooperationspartner herzlich eingeladen sind. Besonders für die wirtschaftlichen Betriebe kann es sehr aufschlussreich sein, was ihre Auszubildenden da eigentlich so veranstaltet haben, beziehungsweise was so eine Projektarbeit für Chancen bietet.

Auch Öffentlichkeitsarbeit ist uns sehr wichtig, um andere wirtschaftlichen Betriebe, Vereine und Interessierte miteinzubeziehen. Wir versuchen viel Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben, um weiter nachhaltig an unserer Schulpartnerschaft arbeiten zu können und andere Schulen zu ermutigen ebenfalls Schulpartnerschaften einzugehen. Denn dieser Gewinn ist sehr wertvoll. So veranstalten wir zum Beispiel Projekttage zu unserem Container-Projekt an der Berufsschule, an denen auch die Betriebe herzlich eingeladen sind teilzunehmen. Wir arbeiten an Artikeln für Fachzeitschriften der jeweiligen Gewerke, um Aufmerksamkeit und Verständnis zu schaffen. Denn besonders wirtschaftliche Betriebe sehen oft keine Zweck darin, ihre Auszubildenden wochenlang in ein fremdes Land zu entlassen. Dabei kann dieser Austausch soviel bewirken und ist eine wichtige Erfahrung für die handwerkliche sowie Sozialkompetenz.
Wir sind motiviert unsere Ideen und Ziele über die Schulzeit hinweg zum Beispiel durch die Forumsarbeit weiterzugeben und zu verwirklichen. Wir wollen daran mitarbeiten neue Schulpartnerschaften zwischen Hamburger-und mosambikanischen Berufsschulen entstehen zu lassen und über soziale Medien mit unseren Partnerschülern in Kontakt zu bleiben und sich weiter auszutauschen.
 

 Foto: "Gemeinsames Handwerken beim Container Bau."

 

   

 

 
Förderer und Unterstützer: © bridge-it! e.V. - BRIDGE-IT! AWARD - 2015
 
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